Schimmel und Schadstoffe: JVA Ossendorf wird neu gebaut – Beginn ab 2020

Ossendorfer Gebäude ist in schlechtem Zustand – 240 Millionen Euro Baukosten

Der Neubau des Klingelpütz rückt näher. 2020 oder 2021 soll Baubeginn der neuen Justizvollzugsanstalt in Ossendorf sein, sagte Gefängnisleiterin Angela Wotzlaw dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Die Mängel der in den 1960er Jahre errichteten JVA sind vielfältig: Schimmel hat Waschräume und Zellen befallen. Die Bausubstanz ist in schlechtem Zustand, zahlreiche Schadstoffe sind darin verbaut worden, Brandschutz und Elektrik sind veraltet.

Der Neubau wird rund 240 Millionen Euro kosten und fällt laut Wotzlaw wesentlich günstiger aus als eine Sanierung im laufenden Betrieb. Die hätte zudem rund 18 Jahre gedauert, die nun geplanten Arbeiten werden voraussichtlich in sechs bis sieben Jahren abgeschlossen sein.

Arbeit in zwei Etappen

Trotz der Pläne werden viele der derzeit bestehenden Gefangenenhäuser auch in den kommenden Jahren weiterhin notsaniert, denn die Arbeiten erfolgen in zwei Etappen. Zunächst wird eine Mauer durch das Gelände gezogen, die die Baustelle vom Gefängnisbetrieb trennt. Rund die Hälfte der 1200 im Klingelpütz untergebrachten Häftlinge ziehen dann in andere Justizvollzugsanstalten um. Zurück bleiben sämtliche etwa 300 weibliche Gefangene und die gleiche Zahl an Männern.

Sie wohnen weiterhin in den maroden Räumen, bis die erste Bauphase abgeschlossen ist. Dann ziehen die Häftlinge auf die andere Seite der Mauer in die Neubauten ein, anschließend werden die restlichen Gebäude jenseits der Mauer abgerissen. Pro Bauphase seien etwa drei Jahre Bauzeit zu erwarten, so Wotzlaw.

Einzelzelle wird größer

Vor allem in den Einzelzellen wird sich der Neubau bemerkbar machen. Nach aktueller Gesetzgebung ist ihre derzeitige Größe von 8,5 Quadratmeter zu klein, sie werden daher zwei Quadratmeter größer gebaut. Darüber hinaus wird es in ihnen keine offenen Toiletten mehr geben, sondern abgetrennte Kabinen.

Die neue JVA soll näher an die Rochusstraße gebaut werden. Dafür müssen Häuser mit Dienstwohnungen zwischen Gefängnis und Rochusstraße abgerissen werden. Ersatzbauten sind nicht eingeplant, da Dienstwohnungen in aktuellen Vorgaben nicht mehr vorgesehen seien, erläuterte Wotzlaw.

Nach dem Umbau ist im Klingelpütz für einige Häftlinge kein Platz mehr, nur noch 1000 leben dann in der JVA, rund 200 weniger als bislang....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta