Schiller entführt die Fans "in eine pure Welt aus Klang"

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Anfang Oktober geht Schiller alias Christopher von Deylen auf große "Klangwelten Live"-Tour. Was seine Fans dabei erwartet, verrät er im Interview.

Für Schiller alias Christopher von Deylen (46, "Future") geht die Reise weiter. Der deutsche Elektronik-Künstler geht ab 2. Oktober auf große "Klangwelten Live"-Tour durch Deutschland und die Schweiz. Dabei wird er unter anderem das Publikum in der Münchner Philharmonie, dem Leipziger Gewandhaus und in der Alten Oper in Frankfurt in seine Welt entführen. Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news verriet von Deylen, wie er sich auf die zweimonatige Tournee vorbereitet und in welche Sphären er seine Fans entführen möchte.

Bald startet Ihre Konzertreihe "Klangwelten Live 2017". Wie bereiten Sie sich auf die Tour vor?

Christopher von Deylen: Indem ich schrittweise das normale Leben ausblende, und mich langsam in einen speziellen Tourmodus begebe. So eine ausgedehnte Tour ist ein bisschen so wie eine Expedition zum Saturn. Oder vielleicht zum Jupiter, der ist nicht ganz so weit weg. Natürlich gehören Proben und die Gestaltung von Bühne und Konzertablauf auch dazu. Das geschieht aber schon fast automatisch und gehört trotzdem oder gerade deswegen zu den spannendsten Aspekten meines Lebens.

Sie werden Ihrem Publikum Klassiker aus nun beinahe 20 Jahren Schiller präsentieren. Sind Ihre Konzerte für Sie so etwas wie ein persönlicher Rückblick?

Von Deylen: Eigentlich schaue ich lieber nach vorne. Das, was wir im Leben noch vor uns haben, können wir ja zumindest teilweise aktiv gestalten und beeinflussen. Die Vergangenheit hingegen liegt unveränderbar hinter uns. Deswegen liegt mir der Blick zurück wahrscheinlich auch nicht sonderlich. Beim Zusammenstellen des "Klangwelten"-Programms hingegen lässt sich der Blick zurück natürlich nicht vermeiden. Manchmal staune ich selber über das Repertoire, was in den all den Jahren entstanden ist. Bei der Songauswahl versuche ich, eine möglichst präzise Essenz vom Schiller-Sound zusammenzustellen. So gesehen ist da schon eine gute Portion unvermeidlicher Rückblick mit im Spiel.

In welche Sphären wollen Sie Ihr Publikum bei den "Klangwelten" entführen?

Von Deylen: Hoffentlich in sehr glückliche Sphären. Nein im Ernst, ich möchte versuchen, mein Publikum für zwei Stunden in eine andere Welt zu entführen: in eine pure Welt aus Klang. Daher kommt ja auch der Name der Tour: 'Klangwelten'. Den Alltag einfach einmal loslassen und eintauchen in den voluminösen Surround-Sound. In Bezug auf Ihre Frage wäre das dann sozusagen eine Klangentführung.

Was ist das Besondere an einem elektronischen Klangerlebnis?

Von Deylen: Wir können den Sound sehr genau steuern und beeinflussen, weil es keine akustischen Instrumente auf der Bühne gibt. Die Klänge wandern von der Bühne direkt ins Mischpult und von da aus dann zu unseren Raumklang-Lautsprechern. Das erlaubt eine ungeheure Präzision und vor allen Dingen auch einen großen Dynamikumfang. Einige Passagen im Konzert werden ganz leise sein, um sich dann wieder mit einem Crescendo zu einer epischen "Wall of Sound" zu entwickeln. Das eröffnet interessante Gestaltungsmöglichkeiten.

Wenn Sie selbst Konzerte als Zuhörer besuchen... was zieht Sie dann besonders in den Bann?

Von Deylen: Die Energie. Dabei kommt es gar nicht so sehr auf die Art der Musik an oder auf das musikalische Genre. Denn sobald ich das Gefühl habe, dass die Musik auf der Bühne wirklich gelebt wird, fühle ich mich in ihren Bann gezogen. Das ist ja auch der eigentliche Unterschied zwischen Musik, die man zuhause oder im Auto hört und einem Konzert.

Foto(s): Ben Wolf