Schiiten tragen nach Anschlag auf Kabuler Moschee Tote zu Grabe

Begräbnis für Opfer des Anschlags auf Kabuler Moschee

Nach dem Anschlag auf eine schiitische Moschee in der afghanischen Hauptstadt Kabul haben hunderte Gläubige am Samstag ihre Toten bestattet. Die Zahl der Todesopfer des Anschlags vom Freitag, zu dem sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekannte, stieg unterdessen nach amtlichen Angaben auf 28. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte, unter den Toten seien drei Frauen. 50 Menschen wurden demnach verletzt, darunter mehr als ein Dutzend Frauen und Kinder.

Verstörte Verwandte und Freunde brachten einer nach dem anderen Särge zum Friedhof. Hussain Ali, der einen Freund bei dem Attentat verlor, sagte der Nachrichtenagentur AFP, früher seien in der Moschee gemeinsam Zeremonien begangen worden wie am schiitischen Trauertag Aschura. Jetzt gehe es darum, die Toten in ihre Gräber zu legen. Die Regierung habe es versäumt, für die Sicherheit der schiitischen Minderheit zu sorgen. Selbst jetzt bei der Beerdigung der Opfer bestehe die Furcht, dass wieder etwas passieren könne.

Nach Behördenangaben hatte sich ein Selbstmordattentäter in der Emam-Saman-Moschee in die Luft gesprengt. Zudem drangen bewaffnete Angreifer in das Gotteshaus im Norden Kabuls ein. Der Angriff dauerte etwa vier Stunden.

Die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung in Afghanistan ist sunnitischen Glaubens. Die rund drei Millionen Schiiten wurden zuletzt wiederholt gezielt von IS-Kämpfern angegriffen. Bei einem weiteren Selbstmordanschlag auf eine schiitische Moschee in Herat waren Anfang August 33 Gläubige getötet worden. Im Juli wurden bei einem Doppelanschlag in Kabul mindestens 85 Menschen getötet. Zu beiden Attentaten bekannte sich die IS-Miliz.