Schiffscrew wird wegen mutmaßlicher Öllieferung an Nordkorea in Südkorea verhört

Die Crew des Schiffes, das Südkorea wegen mutmaßlicher Öllieferungen an Nordkorea beschlagnahmt hatte, wird seit Wochen von Ermittlern verhört

Die Crew des Schiffes, das Südkorea wegen einer mutmaßlichen Öllieferung an Nordkorea beschlagnahmt hatte, wird seit Wochen von Ermittlern vernommen. Seit der Beschlagnahmung am 24. November kämen Ermittler an Bord des in Hongkong registrierten Frachters und befragten die Besatzungsmitglieder, sagte ein Mitarbeiter des südkoreanischen Zolls am Samstag. Öllieferungen an Nordkorea verstoßen gegen UN-Sanktionen.

23 Besatzungsmitglieder sind laut Zoll chinesische Staatsbürger, zwei kommen aus Myanmar. Der von einer taiwanischen Firma gecharterte Frachter "Lighthouse Winmore" sei im Oktober im südkoreanischen Hafen Yeosu mit Öl beladen worden, das für Taiwan bestimmt war, teilte der Zollmitarbeiter weiter mit. Danach seien jedoch in internationalen Gewässern hunderte Tonnen auf das nordkoreanische Schiff "Sam Jong 2" umgeladen worden.

Bei ihrer Rückkehr nach Yeosu am 24. November durchsuchte der südkoreanische Zoll die "Lighthouse Winmore" und beschlagnahmte sie. Dieser Frachter und die "Sam Jong 2" gehören zu den zehn Schiffen, für welche die USA im UN-Sicherheitsrat ein internationales Hafenverbot beantragt hatten. Die UN-Vetomacht China, Nordkoreas engster Verbündeter, stimmte jedoch nur Verboten für vier Schiffe zu; die "Lighthouse Winmore" und die "Sam Jong 2" sind davon nicht betroffen.

Der UN-Sicherheitsrat hat mehrfach Sanktionen gegen Nordkorea wegen dessen Atom- und Raketenprogramm verhängt. Allein in diesem Jahr wurde die Sanktionsschraube gegen Pjöngjang fünf Mal angezogen. Die Strafmaßnahmen betreffen unter anderem den Handel mit Ölprodukten, Kohle, Eisen, Blei und Textilien.