Schiffbauer dringen auf rasches Ja zu weiteren Werftenhilfen

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SCHWERIN (dpa-AFX) - Die Beschäftigten der von Schließung bedrohten Werften der Genting-Gruppe fordern rasche Entscheidungen zur Gewährung weiterer Staatsbeihilfen. "Unsere Kollegen an allen vier Werftstandorten haben es verdient, dass wir unmittelbar nach Weihnachten Klarheit haben", heißt es in einem Schreiben, das die IG Metall Küste und die Betriebsräte am Freitag an Politik und Konzernleitung richteten. Es gehe nicht um Geschenke, sondern um den Erhalt von Tausenden tarifgebundenen Arbeitsplätzen und wichtigen Industriebetrieben. Neben den MV Werften mit den Standorten Rostock, Stralsund und Wismar hängt auch die Zukunft der Lloyd-Werft in Bremerhaven von einem Ja der Bundesregierung zu weiteren Millionen-Hilfen ab.

Am Donnerstagabend hatte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) in Schwerin mitgeteilt, dass der Bund prinzipiell bereit sei, zusätzlich zu bereits gewährten 300 Millionen noch einmal 300 Millionen Euro aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds bereitzustellen. Das Geld werde benötigt zur Fertigstellung des Riesen-Kreuzfahrtschiffes "Global Dream 1", das für den asiatischen Mutterkonzern Genting in Wismar gebaut wird. Bevor die Mittel aber fließen könnten, erwarte der Bund Eigenleistungen Gentings über 60 Millionen Euro und Sicherheit zum Fortbestand der Werften. Die 60 Millionen seien erforderlich, um den Weiterbau des Schiffes bis zum Abschluss der Verhandlungen voraussichtlich im Februar zu finanzieren.

Nach Angaben Meyers wird Mecklenburg-Vorpommern, das bereits Kreditbürgschaften über gut 300 Millionen Euro übernommen habe, ebenfalls weitere Hilfen leisten. In Rede stehen 77 Millionen Euro. Doch sei Voraussetzung, dass auch der Bund und Genting selbst das Rettungspaket mittragen.

Genting hatte die Werften 2016 erworben, als der Kreuzfahrt-Markt boomte, um dort für konzerneigene Reedereien Schiffe bauen zu lassen. Doch mit dem Einbruch der Branche infolge der Corona-Krise war der Konzern in Schwierigkeiten geraten, die bis heute anhalten.

In ihrem Brief heben die Betriebsräte die Bedeutung der maritimen Wirtschaft als industrielle Kerne hervor und verweisen auf die Leistungen der Schiffbauer. "Sie tun seit Jahren - selbst unter erschwerten Pandemiebedingungen - alles, um stolze Schiffe abzuliefern", heißt es in den Schreiben. Als Belege werden die Ablieferung der "Solaris" durch die Lloyd Werft und der "Endeavor" durch die MV Werften in diesem Jahr angeführt.

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