Schießen und Marschieren für Kim Jong-un im Kindercamp

Willkommen im Kinderparadies – zumindest nach nordkoreanischen Maßstäben. Im Ferienlager Songdowon lernt der Nachwuchs Patriotismus und huldigt dem Landesvater Kim Jong-un, im Gleichschritt.

Die Bilder haben Kollegen vom dänischen Fernsehen gedreht, die sich im Camp umschauen durften, natürlich unter strenger Aufsicht des Personals.

“Wir bieten den Kindern viele Aktivitäten,” erklärt eine Lehrerin, “es ist aber auch ein Ort, an dem sie etwas lernen, wenn sie hier sind.”

Kindercamps gibt es in allen Provinzen Nordkoreas, aber dieses hat das größte Prestige. Nur die “Begabtesten” werden für einen Aufenthalt auserwählt. Die Anlage in Wonsan an der Ostküste Nordkoreas stammt aus den 60er Jahren. Kim Jong-un persönlich ließ sie renovieren und rundum erneuern. Eine Vitrine für das neue Nordkorea,

Zu den erwähnten Aktivitäten gehören auch Schießübungen im Videospielraum. Die Kinder hier wissen genau, wer der Feind ist.

“Gerade erschießen wir japanische Soldaten”, sagt ein Junge. “Die Japaner haben Koreaner auf barbarische Weise ermordet”, fügt ein Mädchen hinzu. Ein etwas größerer Junge sagt: “Ich lerne den Kim Jong-il-Patriotismus.”

Der Lehrer korrigiert die Haltung einer Schülerin, die auf den Bildschirm zielt. Sie solle beim Schießen auf den Kopf achten.

“Ich bringe ihnen die Methoden bei, die Kim Il-sung während der anti-japanischen Revolution einsetzte”, erklärt er in Anspielung an den nordkoreanischen Diktator und Großvater des aktuellen Machthabers Kim Jong-un.

Der Rundgang führt schließlich in den Kindergarten. Dort lernen die Kleinsten, was ein Kampfflugzeug oder ein Panzer ist.

Über die große weite Welt, die sie außerhalb der Landesgrenzen umgibt, erfahren sie nichts, außer, dass es viele Feinde da draußen gibt. Deswegen, sagen die Campbetreiber, sei das Erlernen der Vaterlandsliebe Pflicht.