"Schicksalswahl": Viktor Orbán schwört Anhänger auf Wahl ein

Zwei Tage vor der ungarischen Parlamentswahl hat Viktor Orbán noch einmal seine Anhänger auf sich eingeschworen.

Seine Abschlusskundgebung im Wahlkampf hielt der Regierungschef in der Stadt Székesfehérvár ab, in alten Zeiten Krönungsort ungarischer Könige .

Orbán erwähnte in seiner Rede die bekannten Feindbilder, durch die er Ungarn bedroht sieht. Er sprach von einer Schicksalswahl.

Man wolle den Ungarn wieder die Heimat wegnehmen, sagte er. Parteien und Politiker, die fremden Interessen dienten, wollten das Land regieren.

Sie wollten den Grenzzaun einreißen, so Orbán weiter, und die Brüsseler Einwanderungsquoten erfüllen, damit Ungarn ein Einwanderungsland werde.

So würden sie den Geld- und Machtinteressen ihrer Herren dienen.

Die Abschottung Ungarns, die Orbán vertritt, kommt aber bei vielen gut an. Der Regierungschef kann am Sonntag den Umfragen zufolge mit seiner klaren Wiederwahl rechnen.

Sollte die Opposition gewinnen, so verkündete es Orbán, würden noch dieses Jahr zehntausend Migranten in Ungarn angesiedelt - das seien die Pläne der EU, der UNO und des amerikanischen Finanzinvestors und Milliardärs ungarischer Abstammung, George Soros .

Nur er und ein von seiner Fidesz-Partei dominiertes Parlament könnten das verhindern. Einen EU-Beschluss von 2016, wonach 120 000 Migranten aus italienischen und griechischen Aufnahmelagern über Europa verteilt werden sollten, lehnte Budapest damals ab. Auf Ungarn wären 1300 Menschen entfallen.