Schicksal: Wie ein Wunder

Er kann wieder laufen, wenn auch mit Hilfe: Marco in der Reha-Klinik

1 Uhr nachts im Virchow-Klinikum in Wedding. Wir stehen im Flur auf der Intensivstation für Kinder. Laut piepen die Kontrollmonitore, das Schnaufen der Beatmungsautomaten klingt durch die offenen Türen aus den Zimmern.

"Wie steht es um unseren Sohn, seien Sie ehrlich!" Der Chefarzt hat jetzt alle Ergebnisse der stundenlangen Untersuchungen vorliegen und zieht seine Stirn in Falten. "Die Hirnblutung ist sehr groß. Wir wissen nicht, ob wir operieren müssen. Die Zukunft ist ungewiss. Wir müssen abwarten. Seien Sie stark!" Als wir dann einen Blick auf den MRT-Monitor werfen, werden mir die Knie weich. Ich sehe eine Blutung im Kopf unseres zehnjährigen Sohnes Marco*, die so groß ist wie eine Mandarine. Wird er diese Nacht überleben?

3 Uhr nachts. Im Taxi nach Hause. Es regnet leise. Im Autoradio spielt Eric Clapton "Tears in Heaven". Er hat seinen Sohn verloren und fragt sich in dem Song, wie das Wiedersehen im Himmel sein wird. Tränen schießen mir in die Augen, Tränen der Verzweiflung.

Am Anfang dachten wir: Diese blöde Sommergrippe

Es begann vor zwei Tagen. Gegen 23 Uhr wankt unser Sohn in unser Schlafzimmer: "Mama, mir ist schlecht und mein Kopf tut so weh." – "Du Armer, dann hat dich auch diese böse Sommergrippe getroffen." Es ist Hochsommer und schon einige Klassenkameraden hat das Virus schwer mitgenommen. Okay, das werden jetzt ein paar lästige Tage mit Grippe. Kein Problem, ja sogar gut getaktet, denn erst in zehn Tagen steht unser Traumurlaub nach Kanada an. "Also leg dich zu...

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