Scheuer fordert in Dieselaffäre Aufklärung von früherem VW-Chef Winterkorn

Die Nachrüstung von Dieselbussen soll für bessere Luft in Innenstädten sorgen - jetzt hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) den deutschlandweit ersten ÖPNV-Bus mit nachgerüsteter Abgasreinigung vorgestellt

In der Dieselaffäre hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) Aufklärung vom früheren VW-Chef Martin Winterkorn verlangt. "Herr Winterkorn muss auch seinen Beitrag zur Aufklärung leisten", sagte Scheuer dem "Handelsblatt" aus Düsseldorf laut Vorabmeldung vom Donnerstag. Er wünsche sich "wie viele Bürger mehr Tempo", um den Skandal endlich zu beenden und nicht immer wieder durch neue Negativschlagzeilen zu befeuern.

"Jeder Verantwortliche muss wissen, dass diese Vorgehensweise im Häppchenstil kein Vertrauen schafft - weder in die Unternehmen noch in die Dieseltechnologie", sagte Scheuer. Das Qualitätssiegel "Made in Germany" werde "durch die Serie von Fehlern beschädigt". Zuletzt hatte die US-Justiz Anklage gegen Winterkorn erhoben. Sie wirft dem 70-Jährigen unter anderem Verschwörung zum Betrug an den USA vor.

Scheuer lehnte indes harte Sanktionen gegen Unternehmen ab. "Jetzt warten wir erst einmal die juristischen Untersuchungen der Behörden und Staatsanwaltschaften ab", sagte er. Ziel sei es, "wieder nach vorn" zu schauen. Deshalb habe er von den Herstellern verlangt, bis zum Jahresende alle 5,3 Millionen Fahrzeuge durch Softwareupdates sauberer zu machen und so die Schadstoffe deutlich zu senken.

Die Grünen hatten harte Strafen gegen Unternehmen gefordert, die Dieselfahrzeuge manipulierten. Die Grünen wollten den Wirtschaftsstandort ins Schlingern bringen, sagte der Minister. "Dem schließe ich mich sicher nicht an."