Reus redet sich in Rage - Kritik auch an Roses System

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Reus redet sich in Rage - Kritik auch an Roses System
Reus redet sich in Rage - Kritik auch an Roses System

Marco Reus war richtig angefressen.

Der Kapitän von Borussia Dortmund stapfte nach der 1:2-Niederlage bei RB Leipzig zum Sky-Mikrofon, wollte seine Enttäuschung über den Rückschlag im Meister-Rennen gar nicht verbergen. 

Ganz im Gegenteil: Der 32-Jährige holte zum Rundumschlag aus – und sparte nicht mit Kritik an dem, was die Mannschaft in 90 Minuten geboten hatte.

„Die erste Halbzeit können wir komplett vergessen. Wir haben in der zweiten Hälfte umgestellt auf Viererkette, das liegt uns deutlich besser als die Fünferkette. Damit kommen wir gar nicht klar“, begann Reus seiner Enttäuschung Luft zu machen.

Man habe gewusst, „dass Leipzig noch aggressiver ist als unter dem Ex-Trainer. Das haben wir nicht angenommen, das ärgert mich am meisten. Leipzig war einfach aggressiver, wir haben es einfach nicht geschafft, auf Augenhöhe zu sein in der Bereitschaft, in der Spieleröffnung.“

Reus schimpft über Einsatz

Das sei „zu wenig, es ist bitter“, erklärte Reus. „Es ist einfach ernüchternd, dass wir zu wenig investiert haben für so ein Spiel.“ 

Sein eigenes Tor zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich sei ihm indes „scheißegal. Mich juckt das gar nicht. Wir hatten sehr viel Glück, es war eine verdiente Niederlage.“

Die Schwarz-Gelben verlieren durch die Niederlage den FC Bayern weiter aus den Augen. Der Rekordmeister, der bereits am Nachmittag mit 2:1 über den SC Freiburg gesiegt hatte, thront mit nunmehr vier Punkten Vorsprung an der Spitze.

Rose widerspricht Reus

Widerspruch bekam Reus derweil von seinem eigenen Trainer, der das System nicht als Grund für die schlechte Leistung in der ersten Hälfte sieht.

„Wir haben heute danach aufgestellt, wie wir unsere Jungs am besten auf unsere Positionen bringen können“, sagte Marco Rose. „Die Grundordnung ist das eine, die Bewegung in der Grundordnung das andere. Die haben wir nicht so gut umgesetzt.“

Es sei „keine Frage des Systems, das würde jeder Trainer so beantworten. Wir haben auch schon mit Dreierkette dieses Jahr Punkte geholt. Ich weiß gar nicht, ob wir mit Dreierkette schon mal verloren haben. Diese Diskussion erübrigt sich“, schloss Rose seine Gegenrede.

Aktuell lässt der 45-Jährige mit Thorgan Hazard auf links verteidigen - ob in der Fünfer- oder Dreierkette. „Hätte ich gewusst, dass Toto (Hazard; Anm. d. Red.) so gut hinten links verteidigen kann, hätten wir vielleicht von Anfang an so gespielt!“, hatte Rose zuletzt auf SPORT1-Nachfrage gesagt.

Nkunku bester Mann

Bester Mann auf dem Platz war indes Christopher Nkunku, der an beiden Toren direkt beteiligt gewesen war. Die Führung hatte er höchstpersönlich erzielt, das 2:1-Siegtor durch Yussuf Poulsen bereitete er mustergültig vor. Leipzig verbesserte sich vorerst auf Rang fünf.

„Es ist natürlich kacke“, erklärte auch BVB-Keeper Gregor Kobel. „Man muss es einfach ansprechen, die Spritzigkeit hat gefehlt. Leipzig hat das bessere Spiel gemacht.“

Neben seinen beiden Torbeteiligungen wusste Nkunku auch durch andere Aktionen zu bestechen. Der Franzose riss die BVB-Abwehr immer wieder auseinander und fiel durch schnelle Dribblings auf.

„Es war wichtig für uns, einen großen Sieg und mehr Belohnung für unsere Arbeit zu holen“, sagte RB-Coach Jesse Marsch, sichtlich erleichtert über den Erfolg. „Wir müssen für alles kämpfen. Eine Mannschaft braucht viele individuell gute Leistungen, um eine gute Gruppenleistung abzurufen. Wir haben das gefunden.“

Auch Stürmer Poulsen war - neben seinem eigenen Tor - zufrieden mit der Leistung der Mannschaft: „Wir waren gefühlt aggressiver und besser in den Zweikämpfen. Ich habe noch nie Dortmunder gesehen, die so viele Fehler im Aufbauspiel gemacht haben. Die haben teilweise Bälle einfach so ins Aus gespielt. Wir müssen die Mannschaft loben, bei uns haben alle mitgemacht.“

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