Schauspielerin Rose McGowan verklagt Harvey Weinstein

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Rose McGowan

Die Schauspielerin Rose McGowan hat den einstigen Hollywoodmogul Harvey Weinstein verklagt, weil er versucht haben soll, sie angesichts von Vergewaltigungsvorwürfen mundtot zu machen. Die am Mittwoch bei einem Gericht in Los Angeles eingereichte Klage spricht von einem "teuflischen und illegalen Versuch eines der mächtigsten Männer der USA und seiner Vertreter, Opfer sexueller Gewalt zum Schweigen zu bringen".

Neben Weinstein zielt die Klage auf zwei frühere Anwälte des einstigen Filmproduzenten und auf einen privaten Nachrichtendienst. Die Vorwürfe lauten unter anderem auf Verletzung der Privatsphäre und Betrug.

McGowan war eine der ersten Frauen, die Vorwürfe der sexuellen Gewalt gegen Weinstein publik gemacht hatte. Sie gibt an, 1997 von dem Produzenten vergewaltigt worden zu sein.

Als Weinstein 2016 herausgefunden habe, dass sie in ihrer Biografie über die Vergewaltigung schreiben wollte, habe er alle Hebel in Bewegung gesetzt, um eine Veröffentlichung zu verhindern oder, sollte dies nicht klappen, McGowan als unglaubwürdig darzustellen.

"Weinsteins Kampagne gegen McGowan und andere umfasste einige der mächtigsten Kräfte, die man für Geld kaufen kann", heißt es in der Klageschrift. Neben den "prominenten und medienerfahrenen" Anwälten David Boies und Lisa Bloom habe Weinstein die "internationale Spionageagentur Black Cube" angeheuert.

Blooms Anwalt wies die Vorwürfe der Schauspielerin am Mittwoch zurück. Es sei "unentschuldbar", dass die Schauspielerin seine Mandantin in ihrer Klage mit einbezogen habe, erklärte Eric George. Es gebe "keinerlei glaubwürdige sachliche oder rechtliche Grundlage" für McGowans Vorwürfe. Deshalb könne er den Prozess kaum erwarten, "um die Dinge richtigzustellen".

In ihrer Klage verteidigt die 46-jährige Darstellerin ihr langes Schweigen nach dem Vorfall. Sie sei 1997 ein aufstrebender Star mit Hauptrollen in zwei von Weinstein produzierten Filmen gewesen. Deshalb habe sie sich schließlich auf eine Einigung mit Weinstein eingelassen und versucht, sich auf ihre Karriere zu konzentrieren.

Erst in ihren im vergangenen Jahr veröffentlichten Memoiren sei sie auf die Vergewaltigung zurückgekommen. Zudem habe sie beschrieben, wie Weinsteins Verhalten ihr und anderen Frauen gegenüber "die Film- und Fernsehindustrie vergiftet" habe.

Weinstein wird von mehr als 80 Frauen sexuelle Belästigung oder Vergewaltigung vorgeworfen. Unter ihnen sind Filmstars wie Angelina Jolie, Ashley Judd oder Salma Hayek. Die Vorwürfe führten zur weltweiten #MeToo-Kampagne gegen sexuelle Übergriffe und Gewalt gegen Frauen.

Dem früheren Hollywoodmogul soll im Januar der Prozess gemacht werden. Dabei geht es um zwei Frauen, die Weinstein eine Vergewaltigung im Jahr 2013 und erzwungenen Oralverkehr im Jahr 2006 vorwerfen.