Scharfe Kritik an G20-Staaten: 'Gipfel der verpassten Chancen'

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ROM (dpa-AFX) - Entwicklungsorganisationen haben enttäuscht auf die Beschlüsse der großen Wirtschaftsmächte (G20) in Rom reagiert. Es sei ein "Gipfel der verpassten Chancen" gewesen, fand World Vision am Sonntag. Vor wichtigen Entscheidungen vor allem zu Impfgerechtigkeit und Klimawandel hätten G20-Mitglieder "gekniffen". Das erklärte Ziel, bis Jahresende eine Impfrate in allen Ländern von 40 Prozent erreichen zu wollen, sei "illusorisch", sagte Fiona Uellendahl.

Während in Deutschland über Booster-Impfungen diskutiert werde, habe ein großer Teil der Menschen in ärmeren Ländern noch nicht mal die erste Impfung bekommen. Notwendig sei die Aussetzung der Patente für Impfstoffe, sagte Uellendahl. "Solange die Pharma-Unternehmen selbst entscheiden können, ob sie Patente freigeben und Produktionskapazitäten in den ärmeren Ländern aufbauen werden, wird es keine globale Impfstoffgerechtigkeit geben."

"Das war ein Moment für die G20, mit der Verantwortung zu handeln, die sie als reichste Volkswirtschaften auf dem Planeten tragen, um die Pandemie zu beenden und den Klimawandel zu bremsen", sagte Friederike Röder von Global Citizen. "Aber alles, was wir gesehen haben, waren halbe Maßnahmen anstatt konkrete Taten."

Im Kampf gegen den Klimawandel habe die G20-Gruppe notwendige Maßnahmen aufgeschoben, sagte Klimaexperte Ekkehard Forberg. "Das ist ein klarer Fehlstart für die Klimakonferenz in Glasgow." Auch die Umweltorganisation Greenpeace übte scharfe Kritik: "Das Kommuniqué ist schwach, ohne Ehrgeiz und Vision."

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