Eine Horrorsaison findet an Halloween ihren Tiefpunkt

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Eine Horrorsaison findet an Halloween ihren Tiefpunkt
Eine Horrorsaison findet an Halloween ihren Tiefpunkt

Die stolze Alte Dame, sie geht am Stock - verkommen zu einem seines Selbstbewusstsein beraubten Mickerlings: Es sind schwierige Zeiten für Juventus Turin.

Italiens Fußball-Rekordmeister taumelt durch die Saison - und erntet bloß noch Spott. (NEWS: Alles zur Serie A)

„Schande über dich, Juve! Eine Horrorsaison, die ausgerechnet an Halloween einen neuen Tiefpunkt erreicht hat“, ätzte etwa Tuttosport - während die Gazzetta dello Sport nach zwei peinlichen Pleiten binnen einer Woche bereits Trainer Massimiliano Allegri anging (“Die Katastrophe Max“) und von einem „Albtraum“ schrieb: „Juve ist identitäts- und ideenlos.“

Erst das 1:2 am Mittwoch zu Hause gegen Sassuolo Calcio verloren, dann die Pleite bei Hellas Verona mit dem gleichen Resultat, obendrein das dritte sieglose Ligaspiel am Stück.

Serie A: Juventus-Krise spitzt sich zu

Mit vier Niederlagen in elf Spielen ist Juventus nur Tabellenneunter in der Serie A, hat mit dem Titelkampf rein gar nichts zu tun. Der Pokalsieger hat nun schon 16 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter SSC Neapel und 13 auf Verfolger AC Mailand, der noch ein Spiel weniger bestritten hat.

„Wir müssen uns schämen. Wir dachten, wir wären besser als unsere Gegner, aber im Moment sind wir es nicht“, meinte Allegri dazu - und zieht die Zügel nun deutlich an.

Die Abschottung von der Öffentlichkeit in Form eines Trainingslagers soll den vollen Fokus auf das Champions-League-Spiel gegen Zenit St. Petersburg am Dienstag (ab 21 Uhr im Liveticker) und das danach folgende Ligaspiel gegen die AC Florenz richten.

Der klare Auftrag der Klub-Bosse an Allegri war: Nach Platz vier in der Vorsaison hinter dem meisterlichen Inter Mailand sowie Milan und Atalanta Bergamo dem Team in dieser Spielzeit neues Leben einhauchen im Kampf um den Scudetto.

Der 54-Jährige, zum zweiten Mal in seiner Karriere Cheftrainer in Turin, wo er unter anderem fünfmal Meister wurde, gerät dabei nun aber selbst zusehends ins Kreuzfeuer der Kritik. (SERVICE: Tabelle der Serie A)

Wird es eng für Juve-Coach Allegri?

Zurückgeholt nach dem gescheiteren Projekt unter Jungtrainer Andrea Pirlo könnte Allegris Engagement ungeachtet aller vorherigen Verdienste schnell vorbei sein, sollte er den neuerlichen Abwärtstrend nach zuvor sechs Pflichtspielsiegen in Folge nicht schleunigst umkehren können.

Auch wenn der Routinier beschwörend bei Sky Italia sagte: „In ein paar Monaten werden wir wieder mit erhobenem Kopf dastehen, wenn wir endlich anfangen, auf eine bestimmte Art zu spielen. Dann werden wir in einer anderen Position sein.“

Doch bekommt Allegri überhaupt so viel Zeit? Die Ursachenforschung zur gegenwärtigen Krise fällt schwer und vielfältig zugleich aus.

Liegt die überaus hinter den Erwartungen zurückgebliebene Offensive (nur 15 Tore) wirklich nur im Abgang von Megastar Cristiano Ronaldo begründet, der im Vergleich zur Stammelf der vergangenen Saison allerdings die einzige Änderung ist?

Ist die löchrige Defensive (15 Gegentreffer) allein der in die Jahre gekommenen Kette um die Routiniers Giorgio Chiellini (37) und Leonardo Bonucci (34) geschuldet?

Dybala macht Mut - aber wo ist Lösungsansatz?

Oder liegt gar noch viel mehr im Argen, erreicht Allegri das Team schlichtweg nicht wirklich? Fehlt dem ein oder anderen Juve-Star gar die letzte Motivation?

Fragen über Fragen - und wie auch immer: Starstürmer Paulo Dybala macht Teamkollegen und Fans Mut, bald wieder in die Spur zu kommen. (SERVICE: Ergebnisse und Spielplan)

„Ich weiß, dass Worte nicht ausreichen, aber wir müssen wieder aufstehen und alle zusammenhalten, um die Situation zu ändern. Forza Juve!“, twitterte der Argentinier.

Doch Allegri weiß selbst nur allzu gut: „Wir müssen dringend aufwachen, weniger reden und mehr arbeiten. Jegliche Worte sind jetzt bedeutungslos.“

Allegris Zeit droht abzulaufen.

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