Jetzt schalten sich Verbraucherschützer ein: Streit um die McFlurry-Maschinen von McDonald’s

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Viele McDonald's-Kunden mit Softeis-Faible kennen vermutlich diesen Moment: Ihr freut euch auf euren McFlurry oder Milchshake und macht extra einen Umweg zur nächsten Filiale, nur um dort zu erfahren, dass die Eismaschine kaputt ist. 

Die Schauspielerin Jorgie Porter 2016 in einem McFlurry-Van in London.
Die Schauspielerin Jorgie Porter 2016 in einem McFlurry-Van in London.

Das passiert so häufig, dass die Fastfood-Kette im vergangenen Jahr selbst einen Witz darüber gemacht hat: „Wir haben einen Witz über unseren Softeisautomaten, aber wir haben Angst, dass er nicht funktioniert“, hieß es in einem Tweet.

Hinter den PR-Gags ist die Lage aber durchaus kompliziert. Wer einmal auf die Website McBroken des Hamburger Programmierers Rashiq Zahid schaut, bekommt einen Eindruck, wie viele der Eismaschinen in den USA und Kanada aktuell außer Betrieb sind. Nun haben die ständig defekten Geräte laut dem „Wall Street Journal“ (WSJ) aber auch die US-Verbraucherschutzbehörde FTC auf den Plan gerufen. Die habe diesen Sommer nämlich in einem Brief bei McDonald's angefragt, was genau das Problem sei. Kommentieren wollte die FTC den Bericht nicht, so das "WSJ". Auch die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) hatte berichtet.

Rechtsstreit um Eismaschinenreparatur

Auch für McDonald's selbst dürften die technischen Probleme ärgerlich sein. Dem "WSJ" zufolge entfallen etwa 60 Prozent der Dessert-Verkäufe auf die Softeis- und Milchshake-Maschine. Und auch McDonald's-Filialleiter hätten sich bereits beschwert: Die Maschinen seien zu kompliziert und schwer zu reparieren. Einmal täglich müssten sie beispielsweise pasteurisiert, also auf über 75 Grade erhitzt werden, um Bakterien abzutöten. Laut "WSJ" kann dieser Prozess bis zu vier Stunden dauern – und scheitern, was die Eismaschine bis zur Ankunft eines Technikers unbenutzbar macht.

Bei der FTC-Anfrage dürfte es nun eher indirekt um die Auswirkungen auf die Softeis-Käufer in den Filialen gehen. Denn wie die "FAZ" schreibt, hat die komplizierte Technik der Geräte im Mai bereits zu einem Rechtsstreit geführt. Parteien sind die Firma Taylor, die die meisten Eismaschinen für McDonald's herstellt, und das Start-up Kytch. Da die Taylor-Maschinen nämlich so oft kaputt gehen und die Servicekräfte der Firma für die Reparatur teuer sind, hat Kytch ein Gerät entwickelt, durch das die Fehlermeldungen der Maschine auch von Dritten ausgelesen werden können. So sind die Angestellten in den Restaurants selbst in der Lage, den Fehler diagnostizieren. Bei einfachen Problemen können sie die Fehler dann auch selbst beheben.

Konkurrenzspionage und das Recht auf Reparatur

In mehr als 30 US-Staaten sei das Kytch-Gerät im Einsatz gewesen, so das "WSJ", bis McDonald's seinen Franchisenehmern nahegelegt habe, auf die Geräte zu verzichten. Angeblich aufgrund möglicher Sicherheitsrisiken. Kytch bestreitet das und klagte stattdessen gegen Taylor. Der Vorwurf: Die Firma habe versucht, das geistige Eigentum von Kytch zu stehlen und ein ähnliches Produkt auf den Markt zu bringen. Dazu habe ein McDonald's-Franchisenehmer eine Eismaschine mit angebrachtem Kytch-Tool zu Taylor gebracht. Der Hersteller hatte das geleugnet. Trotzdem erließ ein Gericht eine einstweilige Verfügung gegen Taylor, der zufolge der Hersteller die Kytch-Geräte wieder herausgeben muss und keine weiteren erwerben darf.

Eben dieser Rechtsstreit dürfte nun auch die Verbraucherschützer auf den Plan gerufen haben, berichtet die "FAZ". Denn US-Präsident Joe Biden hatte sich im Juli für das Recht auf Reparatur stark gemacht. Per Dekret hatte er die FTC ermächtigt, bei einer ganzen Reihe von Produkten – wie Smartphones oder Traktoren – gegen wettbewerbsfeindliche Strategien der Hersteller vorzugehen, die eine Reparatur der Geräte durch Drittanbieter oder die Kunden selbst absichtlich be- oder verhindern.

sb

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