Schalkes Christian Heidel: "Großes Verständnis für Ängste"

Heidel hat mit Schalke große Pläne, weiß aber auch um die Schwierigkeiten. Der Sportvorstand übt Selbstkritik und richtet deutliche Worte an Goretzka.

Sportvorstand Christian Heidel vom FC Schalke 04 hat mit dem Verkauf von Ex-Kapitän Benedikt Höwedes Sympathien bei Teilen des eigenen Anhangs verspielt. Der Sportdirektor versucht, die Situation zu moderieren.

"Der Wechsel von Benedikt Höwedes hat natürlich viele nachdenklich gemacht", stellt Heidel im Gespräch mit Reviersport fest, nachdem er am 3. Spieltag der Bundesliga Ziel zahlreicher kritischer Plakate geworden war . Der Sportdirektor ist nach der Trennung von Kapitän Höwedes unter Druck geraten.

Heidel muss feststellen: "Ich habe ein bisschen unterschätzt, dass es wenig sachlich hinterfragt wird und es eine so emotionale Diskussion wird." Höwedes habe aber stets eine faire Chance gehabt: "Unser Trainer hat in den vergangenen drei Wochen immer gesagt: Werde topfit und Du bist ein Kandidat für die Start-Elf."

Heidel: Keine Dissonanzen mit Höwedes

Der Verteidiger habe sich aber für einen Wechsel entschieden: "Dann kam das Angebot von Juventus Turin und sein Wechsel-Wunsch." Heidel trennt den persönlichen und menschlichen Faktor: "Er ist ein prima Mensch, und es gab niemals Dissonanzen zwischen uns."

Ohne Höwedes und mit kleinem Kader geht Schalke in eine ungewisse Saison. "Ich habe allerdings großes Verständnis für die Bedenken und Ängste. Mir sind Identität und Identifikation extrem wichtig", macht Heidel deutlich. Er verspricht: "Mir liegt die Nachwuchsförderung ganz besonders am Herzen."

Schalke hofft auf Goretzka

Das Bestreben sei "Talente top auszubilden und in den Profikader einzubauen", weshalb die ein oder andere Leihe, wie etwa bei Haji Wright, ausgehandelt wurde: "Sie bleiben Schalker und gehen jetzt hoffentlich den nächsten Schritt, um dann zurückzukehren."

So ein Talent ist auch Leon Goretzka, dessen Vertrag ausläuft und der mit dem FC Bayern München in Verbindung gebracht wird. "Leon fühlt sich hier sehr wohl, und wir werden bis an die Schmerzgrenze gehen. Er will auch die sportliche Entwicklung abwarten und ein Gefühl entwickeln. Das kann ich verstehen", meint Heidel.