Schalke-Trainer Tedesco in "Lichtgeschwindigkeit" nach oben

Schalke-Trainer Tedesco in "Lichtgeschwindigkeit" nach oben

Vor gut einem Jahr beim Zweitliga-Schlusslicht, jetzt beim Bundesliga-Zweiten: Über seinen rasanten Aufstieg als Trainer ist Domenico Tedesco selbst überrascht. "Es ging schon verdammt schnell. Es war Lichtgeschwindigkeit", sagte der Chefcoach von Schalke 04 im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID).
Am 8. März 2017 hatte der Hoffenheimer Jugendtrainer beim Tabellenletzten Erzgebirge Aue in der 2. Liga den Einstieg ins Profigeschäft gewagt. Er rettete die Sachsen vor dem Abstieg, fiel Schalkes Sportvorstand Christian Heidel auf und führte als Bundesliga-Novize die im Mittelmaß versunkenen Königsblauen auf Champions-League-Kurs.
Der Musterschüler, der vor zwei Jahren den Fußballlehrer-Lehrgang mit der Bestnote 1,0 abschloss, hat die ersten Praxistests eindrucksvoll bestanden. Als Laptoptrainer, Professor oder Matchplan-Tüftler sieht er sich nicht. "Taktik ist wichtig", sagte Tedesco, "aber das Wichtigste ist die Menschenführung. Am Ende des Tages müssen elf Menschen plus x mit dir durchs Feuer gehen wollen und können."
Aus der Schalker Mannschaft, die in der vergangenen Saison noch auseinander bröckelte, hat er eine effektive Einheit, in der jeder für den anderen kämpft und die als Tabellenzweiter die Rückkehr in die Champions League vor Augen hat. Bei zuletzt fünf Siegen mit nur sieben Toren boten die Königsblauen allerdings eher Minimalistenfußball. 
"Wir brauchen uns nicht zu entschuldigen für die Art und Weise, wie wir unsere Punkte holen", betonte Tedesco. Der Vorwurf sei auch "zu pauschal". Er verwies auf die fünftmeisten Tore in der Liga, auf Treffer in 21 Partien in Folge und attraktive Spiele wie das 4:4 in Dortmund, "die spektakulärste Partie der gesamten Saison".