Schalke ist zu abhängig vom MVP der Liga

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Schalke ist zu abhängig vom MVP der Liga
Schalke ist zu abhängig vom MVP der Liga
Schalke ist zu abhängig vom MVP der Liga

Am Samstagabend ist Top-Spiel in Rostock - und für den FC Schalke 04 kann nach der stimmungsdämpfenden Heimniederlage gegen Karlsruhe nur ein Sieg beim Aufsteiger das Arbeitsziel des Abends sein.

Nachdem der drohende Sechs-Punkte-Abzug durch die DFL mit den erfüllten Auflagen vom Tisch ist, kann der Schalker Anspruch kein anderer als der direkte Wiederaufstieg sein. Das ist die definitive Erwartungshaltung von unzähligen Schalker Fans, aber auch die des wirtschaftlichen Umfelds des Vereins. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur 2. Bundesliga)

Heißt auch: Trainer Dimitrios Grammozis muss langsam liefern und darf mit seiner Mannschaft nicht den Anschluss ans obere Tabellendrittel verlieren.

Der Druck auf ihn nimmt zu. Zumal er ja nicht unverbraucht in die Saison gegangen ist. Ich persönlich empfinde es besonders emotional als sehr schwierig, mit einem Trainer den Wiederaufstieg anzugehen, der mit der Mannschaft abgestiegen ist. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der 2. Bundesliga)

Grammozis kam zwar erst im März, als eh schon alles zu spät war, aber doch steht auch er als Trainer der letzten tristen Saison-Wochen symbolisch für den Abstieg und damit den größten Tiefpunkt des Vereins der letzten 30 Jahre. (DATEN: Die Tabelle der 2. Bundesliga)

Schalker Herzblut am Rhein

Schaut man als Schalker aktuell nach Köln, muss das königsblaue Herz so richtig bluten. Für mich hat man im Frühjahr die Riesenchance verpasst, Steffen Baumgart mit aller Macht für den Neuanfang im Sommer nach Schalke zu lotsen. Wenn man sich nur mal reindenkt, wie das wohl gepasst hätte. Dieser Malocher, mit seiner Ausstrahlung, seiner Leidenschaft und seinem gradlinigem Temperament - mit Schiebermütze als „Knappen-Kappe“ an der Linie des FC Schalke?

Gefühlt passt der gebürtige Rostocker mit seiner auch manchmal mürrischen Miene doch wie die Faust aufs Auge zur westfälischen Schalke-Mentalität. Aber verpasst ist verpasst.

Stattdessen ruhen jetzt die größten Hoffnungen auf Torgarant Terodde, der an zehn von elf Schalker Treffern beteiligt war und mit diesen 91% Scorer-Quote als MVP der Liga seinem Anforderungsprofil mehr als gerecht wird. Er kann der entscheidende Faktor sein, aber alleine kann‘s eben auch er nicht richten.

Hängt Schalke zu sehr von Terodde ab?

Grammozis hat in seinem Kader durchaus viel Qualität. Was ihm aber fehlt, sind besonders offensive Alternativen in der Breite. Für die elf Saisontore in sieben Spielen waren genau drei Schützen zuständig. Zu viel hängt an Terodde. Einen effektiven oder ausstrahlungsvollen offensiven Nachleger gibt es nicht. Mit einem solchen sollte Rouven Schröder in der Winterpause personell aufrüsten.

Die Nachverpflichtung von Marc Rzatkowski verwundert derweil. Er ist in den Anlagen zwar ein feiner und dynamischer Mittelfeldspieler, er ist aber seit einem Jahr komplett ohne Spielpraxis und war in den letzten fünf Jahren entweder kaum, oder nur auf wohl niedrigerem Niveau in der US-amerikanischen Liga MLS unterwegs. In der zweiten Liga spielte der „Bochumer Junge“ zuletzt vor über fünf Jahren.

Schalke braucht jetzt Eigendynamik über Erfolgserlebnisse und ein reifendes, funktionierendes Grundgerüst. Am besten hilft da ein Sieg am Samstag. Schalke ist Favorit gegen die Rostocker, die sich gerne mal schwer tun im eigenen Stadion. Aber emotional haben sie von ihren Fans immer volle Rückendeckung. Hansa hat Heimspiel und auf Schalke wartet ein Fight unter Flutlicht.

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