Schach: Champion Carlsen zwischen Liebe und Zweifeln

Sieht eigentlich entspannt aus: Magnus Carlsen|

Der Schachweltmeister konnte von Glück reden, dass Sergej Karjakin beim bestbesetzten Einladungsturnier des Jahres in Stavanger (Norwegen) noch schlechter in Form war als er. Nur ein Geschenk seines letzten WM-Herausforderers ersparte Magnus Carlsen (26) die Schmach, daheim Letzter zu werden. Vorletzter war allerdings auch weit unter den Erwartungen. "Selbst wenn ich schwächer spiele, bin ich gewöhnlich in der oberen Tabellenhälfte", gestand Carlsen ein, dass er in eine Krise geschlittert ist. Es fehle ihm Frische, "ich war nicht überzeugt, dass ich überhaupt noch gewinnen kann".

In Norwegen schaffte er es schon in den letzten Jahren nicht, sein bestes Schach abzurufen. Insofern müsste Carlsen froh sein, dass Verhandlungen über die Ausrichtung seines nächsten WM-Kampfes in Oslo gescheitert sind. Dazu kam diesmal das starke Spiel seiner Gegner. Turniersieger Lewon Aronjan und Wladimir Kramnik, der Platz zwei teilte, haben ihn sehenswert besiegt. Mehr noch ärgerte Carlsen, wie schlapp er seine Partien mit Weiß anlegte. Statistisch gesehen spielt er in diesem Jahr bisher auf so niedrigem Niveau wie zuletzt mit 17. Sein letzter Sieg in einem klassischen Turnier liegt schon elf Monate zurück.

Beratung mit allen Vertrauten

Gewonnen hat er seitdem nur die Weltmeisterschaft im Schnellschach und ein denkbar knappes WM-Match gegen Karjakin, das er nach ausgeglichenem Stand in den langen Partien erst im Stechen mit kürzerer Bedenkzeit für sich entschied. Schon in diesem Zweikampf war sein ...

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