Wieder Schüsse auf Demonstranten im Iran

Wieder Schüsse auf Demonstranten im Iran

Im Iran gehen die Proteste gegen die Regierung weiter. In der Stadt Zahedan im Südosten des Landes soll die Polizei dabei erneut auf Demonstranten geschossen haben. Nach Berichten lokaler Aktivisten starben dabei mehrere Menschen. Auch ein zwölf Jahre alter Junge soll unter den Toten sein.

Nach übereinstimmenden Berichten wurde inzwischen der Polizeichef der Stadt entlassen. Er soll nach Ansicht der Regierung nicht angemessen auf die Proteste reagiert haben. Schüsse auf Demonstranten wurden auch aus anderen Städten gemeldet, darunter auch aus der Hauptstadt Theheran.

Nach Schätzungen von Menschenrechtlern wurden seit dem Beginn der Proteste mindestens 250 Menschen im Iran getötet und Zehntausende verhaftet. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben nicht. Nach einer Datenanalyse der britischen BBC soll es sich aber um die größten Proteste in der Geschichte des Landes handen.

Die Vereinten Nationen reagierten besorgt über die neuen Berichte von Toten bei den Protesten. Die Krise könne und sollte durch Dialog in den Griff bekommen werden, hieß es. Auslöser der systemkritischen Massenproteste im Iran war im vergangenen Monat der Tod der jungen iranischen Kurdin Mahsa Amini. Sie starb im Gewahrsam, nachdem sie die Sittenpolizei festgenommen hatte. Die Frau soll gegen die islamischen Kleidungsvorschriften verstoßen haben