Schüsse auf Auto von Deniz Naki: Staatsanwaltschaft Aachen ermittelt

SID
Nach Schüssen auf Auto des Fußballprofis: Naki-Anwalt übt Kritik an deutscher Polizei

Auf den Wagen des früheren Fußball-Bundesligaprofis Deniz Naki sind in der Nacht zu Montag auf der Autobahn 4 nahe seiner Geburtsstadt Düren zwei Schüsse abgegeben worden. Der 28 Jahre alte Deutsch-Türke wurde beim Vorfall nicht verletzt. Entsprechende Medienberichte bestätigte die Polizei Aachen dem SID am Montagmorgen auf Anfrage. Die Staatsanwaltschaft Aachen hat bereits ein Ermittlungsverfahren wegen eines versuchten Tötungsdeliktes eingeleitet. 
"Ich habe mich sofort weggeduckt und bin dann rechts auf den Standstreifen gerollt. Ich hatte Todesangst", sagte Naki der Tageszeitung Die Welt. Die Schüsse seien aus einem schwarzen Kombi abgefeuert worden. "Ich hätte sterben können. Es hat nicht viel gefehlt", so Naki, "eine Kugel traf mein Auto in der Mitte am Fenster, der andere Schuss landete nahe den Reifen. Die haben mich zum Glück nicht getroffen."
Zum Online-Portal bento sagte Naki: "Ich glaube, dass es hier um eine politische Sache geht. Ich bin in der Türkei eine laufende Zielscheibe, weil ich mich pro-kurdisch äußere."
Der ehemalige U21-Nationalspieler Naki war im April in der Türkei wegen angeblicher "Terrorpropaganda" zu 18 Monaten und 22 Tagen Haft auf Bewährung verurteilt worden. Dem Deutsch-Türken kurdischer Abstammung war vorgeworfen worden, in sozialen Medien für die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) geworben zu haben. Naki, einst beim FC St. Pauli und SC Paderborn aktiv, wies die Vorwürfe zurück. Derzeit spielt der Profi beim kurdischen Drittliga-Verein Amed SK.
Naki glaubt, dass ein Agent des türkischen Geheimdienstes "oder ein anderer, dem meine politische Haltung nicht passt" für den Anschlag verantwortlich ist.