Fatale Tour de France

Fatale Tour de France
Fatale Tour de France

Gekrümmt lag Laura Süßemilch am Bordsteinrand, fast regungslos, auf der zweiten Etappe hatte es die deutsche Bahn-Weltmeisterin in der Schlussphase heftig erwischt. (SERVICE: der Radsport-Kalender)

In Folge einer Kettenreaktion krachte die 25-Jährige auf den Asphalt und verletzte sich schwer, die „Tour de France Femmes“ ist für Süßemilch früh vorbei.

„Sie hat sich zwei Wirbel gebrochen und muss vorerst eine Halskrause tragen“, teilte ihr belgisches Team Plantur-Pura am Montagabend nach Untersuchungen im Krankenhaus via Twitter mit.

Tour de France der Frauen: Bitterer Schlusspunkt für Süßemilch

Die Frakturen seien stabil, Süßemilch hoffe, „bald nach Deutschland zurückkehren zu können“. Es ist für die Sportsoldatin der bittere Schlusspunkt einer verkorksten Tour. Erst kam ihr Gepäck zwischen München und Paris abhanden, dann stürzte sie beim Auftakt in der Seine-Metropole, erlitt Schürfwunden und hatte Kopfschmerzen.

„Morgen ist ein neuer Tag“, schrieb die Radrennfahrerin aus Weingarten bei Instagram und hob die tolle Atmosphäre in ihrem Tour-Tagebuch („Stimmung war mega krass“) hervor. Sie ahnte nicht, dass es noch schlimmer kommen sollte.

Süßemilch war in einen Massensturz 20 Kilometer vor dem Zielort Provins verwickelt. Eine Kontrahentin hatte die Kontrolle verloren, gut zehn Starterinnen gingen in der Folge zu Boden. Besonders schlimm erwischte es bei ihrer Tour-Premiere Süßemilch, die mit dem Bahn-Vierer im Vorjahr neben dem WM- auch den EM-Titel geholt hatte. (BERICHT: Unverhofftes Geschenk für Geschke)

Doch sie war längst nicht die Einzige, für die der Tag im Krankenbett und die Tour abrupt endeten.

Delcourt: „Ich mache mir große Sorgen“

Bei der Italienerin Marta Cavalli wurde ein Schädel-Hirn-Trauma diagnostiziert, dabei war die Mitfavoritin nach einem unverschuldeten Sturz - die Australierin Nicole Frain hatte sie mit hoher Geschwindigkeit abgeräumt - zunächst noch weitergefahren, ehe ihr Team eingriff.

„Sie hatte einen schweren Schock“, sagte Stephen Delcourt, Manager von Cavallis Rennstall FDJ-Suez. Man habe die Giro-Zweite davon abhalten müssen, die letzten 25 Kilometer bis ins Ziel zu fahren.

„Wir wollen nicht mit dem Leben unserer Fahrerinnen spielen“, betonte Delcourt. (Alle wichtigen Begriffe der Tour de France)

Man habe bei dem „spektakulären Sturz“ wieder erlebt, wie gefährlich der Radsport sei. „Es ist wirklich schwierig, solche Bilder zu sehen“, so Delcourt, „ich mache mir große Sorgen um die Sicherheit unserer Fahrerinnen.“

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