Saudi-Arabien wirft Hisbollah Machtübernahme im Libanon vor

Saudi-Arabien wirft der Hisbollah vor, im Libanon die Macht an sich gerissen zu haben. Der saudische Minister für Belange in der Golf-Region, Thamer al-Sabhan, ließ durchblicken, dass sein Land das als Kriegserklärung auffasse. Dahinter wähnt das sunnitische Saudi-Arabien seinen Erzfeind Iran, der wie die Hisbollah schiitisch geprägt ist und enge Verbindungen zur Miliz unterhält.

Am Samstag war der libanesische Ministerpräsident Saad Hariri – ein Sunnit – zurückgetreten und hatte die Hisbollah, die an der Regierung beteiligt ist, und den Iran bezichtigt, in der Golf-Region für Unruhe zu sorgen. Nach Angaben des saudischen Militärs schoss ein Luftabwehrsystem am Wochenende in der Nähe der Hauptstadt Riad eine Rakete ab, die aus dem Jemen abgefeuert worden sei. Saudi-Arabien unterstellt dem Iran, die jemenitischen Huthi-Rebellen mit Waffen zu versorgen.

Libanons Staatspräsident Michel Aoun hat den Rücktritt Hariris bislang nicht angenommen und verwies darauf, dass sich der Regierungschef zum Zeitpunkt der Entscheidung im Ausland, nämlich in Saudi-Arabien, befunden habe. Hariri hatte in seiner Erklärung unter anderem gesagt, er fürchte um sein Leben.