Saudi-Arabien: "Konnten keine drei Jahre mehr warten"

Norman Fischer
·Lesedauer: 2 Min.

Saudi-Arabien wird 2021 sein erstes Formel-1-Rennen abhalten. Wie zuletzt bekannt wurde, wird das Debüt in Dschidda im kommenden Jahr als Nachtrennen ausgetragen werden. Nach der Formel E und der Rallye Dakar bekommt der Staat damit die nächste prestigeträchtige Motorsport-Serie - und diesmal sogar die Königsklasse.

"Für uns ist das ein No-Brainer", sagt Prinz Khalid Bin Sultan Al Faisal, der Präsident des saudischen Automobil- und Motorradverbandes, gegenüber der regionalen Zeitung 'The National'. "Wir sind große Motorsportfans. Wir mögen Rallyes, wir mögen Rundstrecken-Rennen, GT-Rennen, Formelrennen, und wir sind große Fans der Formel 1", betont er.

Eigentlich wollte man ein Rennen in Qiddiya abhalten - das kommt aber erst 2023. Bis dahin hält Dschidda als Überbrückung her. "Wir konnten nicht drei Jahre warten. Das ist zu lang für uns", erklärt Al Faisal, wieso man schon für 2021 ein anderes Rennen in den Kalender hat aufnehmen lassen. "Wir wollten die Formel 1 schon früher zu uns bringen - vor 2023."

Denn die Formel 1 soll der nächste Baustein auf dem Weg sein, das Land weiter zu öffnen. "Vision 2030" heißt das Projekt, in das die Formel 1 laut dem Präsidenten hervorragend hineinpasst. "Wir wollen das Land öffnen und die Lebensqualität unserer Leute verbessern; ihnen geben, was sie brauchen."

Und das ist in der heutigen Zeit vor allem Unterhaltung. "Die meisten Einwohner in Saudi-Arabien sind jung. Wir mögen Entertainment, wir mögen Sport - und das ist das Beste aus beiden Welten", so Al Faisal. "Wir haben einen großen Appetit auf Events und den Rennsport. Für uns ist es wichtig, etwas so Großes und Aufregendes wie die Formel 1 nach Saudi-Arabien zu bringen."

Die Königsklasse sei nach der Formel E und der Rallye Dakar nun die "Kirsche auf der Sahne", wie er weiter betont. Geplant ist ein Rennen im November 2021, direkt vor dem Saisonfinale in Abu Dhabi. In Saudi-Arabien hofft man auf ein aufregendes Rennen und dass bis dahin niemand die Meisterschaft für sich entschieden hat.

Vor allem hofft man aber, dass sich die Situation um das Coronavirus bis dahin entspannt hat. "Denn wir wollen unser Rennen mit allen teilen", betont der Motorsport-Präsident.

Sorgen, dass das Rennen nicht stattfinden könnte, hat man aber nicht: "Unsere Wirtschaft ist sehr groß", winkt er ab. "Die Regierung hat uns alles gegeben, was wir brauchen, um diesen Event mit dem höchsten Standard auszutragen und zu organisieren. Das Einzige, was wir wollen: Es mit unseren Leuten zu teilen und ihnen die Möglichkeit zu geben, uns zu sehen."

"Wir machen uns keine Sorgen, dass wir nicht rechtzeitig abliefern können", sagt Al Faisal weiter. "Wir sind ein großes Land mit vielen Ressourcen. Das ist unsere geringste Sorge."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.