Saudi-Arabien: Erstes Kino seit 35 Jahren

Saudi-Arabien soll zum ersten Mal seit 35 Jahren wieder Kinos bekommen: Das Land hat nach eigenen Angaben eine Kinolizenz an die weltweit operierende US-Firma AMC vergeben. Laut des Regierungszentrums für Internationale Kommunikation CIC sollen in den nächsten fünf Jahren bis zu 40 Kinos eröffnen, bis 2030 sogar über 350.

Das Projekt wird als Teil eines Reformpakets, der sogenannten "Vision 2030" , gesehen. Dabei geht es dem erzkonservativen Königreich um einen wirtschaftlichen Umbau. Das Land will sich damit unabhängiger von den Einnahmen aus den staatlichen Ölvorkommen machen.

Es geht aber auch um Bemühungen einer gesellschaftlichen Öffnung. Treibende Kraft ist dabei der 32-jährige Kronprinz Mohammed bin Salman. Frauen dürfen beispielsweise ab Juni in Saudi-Arabien ein Auto fahren und haben seit Kurzem das Recht, Stadien zu besuchen .

"Die Wiedereinführung der Kinos wird dazu beitragen, die lokale Wirtschaft anzukurbeln, indem die Ausgaben der privaten Haushalte für Unterhaltung erhöht werden, während gleichzeitig die Schaffung von Arbeitsplätzen im Königreich unterstützt wird", sagte der Kultur- und Informationsminister Awwad Alawwad. Die Regierung hofft, in den nächsten Jahren mindestens eine Milliarde Dollar aus diesem Projekt zu gewinnen.

Eröffnung noch im April

Das erste Kino wird laut AMC voraussichtlich am 18. April in der Hauptstadt Riad seine Türen öffnen. Es wird von Saudi-Arabiens Public Investment Fund teilfinanziert, jedoch von der US-amerikanischen Kinokette AMC betrieben.

Erster Film auf der Leinwand soll der Nachrichtenagentur Reuters zufolge die Marvel-Comic-Adaption "Black Panther" sein.

Die saudische Regierung hatte im Dezember erklärt, dass sie seit mehr als 35 Jahren wieder öffentliche Kinos erlauben möchte. Diese wurden Anfang der 1980er Jahre im Zuge einer konservativeren Politik im Land verboten.