Saudi-Arabien und Emirate vermitteln zwischen Jemens Regierung und Separatisten

Separatistischer Kämpfer in Aden

Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) vermitteln zwischen Regierungsvertretern und Separatisten in Jemens Interimshauptstadt Aden. Regierungsgesandte beider Länder trafen sich nach Angaben der amtlichen VAE-Nachrichtenagentur Wam am Donnerstag mit "allen betroffenen Parteien", um einen Waffenstillstand herbeizuführen. Die Situation in Aden sei stabil, sagte ein saudischer Generalmajor Reportern in Jemens provisorischer Hauptstadt.

Die südjemenitischen Separatisten erklärten am Donnerstag, sie hätten inzwischen die Kontrolle über die gesamte Stadt übernommen. Außerdem haben sie den Präsidentenpalast umzingelt, in dem sich zahlreiche Mitglieder der Regierung befinden, darunter Regierungschef Ahmed bin Dahger. Bei den seit Sonntag anhaltenden Kämpfen wurden nach Angaben des Roten Kreuzes 38 Menschen getötet und 222 verletzt.

Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate sind die beiden wichtigsten Mitglieder einer Militärkoalition, die Jemens Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi im seit Jahren andauernden Krieg gegen schiitische Huthi-Rebellen unterstützt. Die Frontstellung im Konflikt in Aden ist eine andere: Hier kämpfen die Truppen des Präsidenten gegen Separatisten, die eine Rückkehr zu einem unabhängigen Staat Südjemen anstreben, wie er vor der jemenitischen Vereinigung 1990 bestanden hatte.

Dieser Konflikt bringt die Militärkoalition in eine schwierige Situation. Insbesondere die Vereinigten Arabischen Emirate haben enge Beziehungen zum Separatistenführer Hani bin Breik. Saudi-Arabien und die Emirate haben Hadis Regierung dazu aufgefordert, die Anliegen der Rebellen Ernst zu nehmen.

"Das (saudische) Königreich und die Vereinigten Arabischen Emirate haben ein gemeinsames Ziel, die gleiche Vision und keinerlei Begehrlichkeiten", sagte der saudische Generalmajor Mohammed bin Saeed al-Mughaidi am Donnerstag über die Rolle der Vermittler.

Die südjemenitische Hafenstadt Aden ist der provisorische Sitz der Regierung des international anerkannten Präsidenten Hadi. Hadi selbst hält sich im Exil in Saudi-Arabien auf.

Die UN-Koordinationsstelle für Nothilfe hatte am Mittwoch von einer "vorsichtigen Ruhe" in Aden berichtet. Schiffe mit Hilfsgütern könnten aber nach wie vor nicht im Hafen anlegen. Der Jemen ist derzeit Schauplatz der nach UN-Angaben größten humanitären Krise weltweit. 8,4 Millionen der 22,2 Millionen Einwohner sind von einer Hungersnot bedroht.