Saudi-Arabien öffnet sich erstmals für Modewoche

Das konservativ-muslimische Königreich Saudi-Arabien veranstaltet zum ersten Mal eine Modewoche

Das konservativ-muslimische Königreich Saudi-Arabien veranstaltet zum ersten Mal eine Modewoche. Die Arab Fashion Week werde vom 26. bis 31. März in der Hauptstadt Riad stattfinden, kündigte der Arabische Moderat am Montag in Dubai an. Unklar blieb zunächst, ob nur Kollektionen in Übereinstimmung mit den restriktiven Kleidervorschriften für Frauen in dem streng religiösen Land gezeigt werden dürfen.

Welche Modemarken teilnehmen, wurde noch nicht bekanntgegeben. Im Dezember hatte der Arabische Moderat bereits die Eröffnung eines Regionalbüros in Riad bekanntgegeben und die saudiarabische Prinzessin Nura Bint Faisal al-Saud zur Ehrenpräsidentin ernannt.

Die Prinzessin kündigte nun an, die Modewoche in Riad werde ein "Ereignis auf Weltklasseniveau". Mit ihrer Hilfe werde die Modebranche zudem auch andere Wirtschaftszweige wie Tourismus und Handel in Saudi-Arabien voranbringen. Eine zweite Messe ist bereits für Oktober geplant.

In Saudi-Arabien, wo eine besonders strenge Auslegung des Islam gilt, schreibt die Kleiderordnung für Frauen in der Öffentlichkeit den langen schwarzen Mantel Abaja vor.

Kürzlich hatte ein einflussreicher religiöser Würdenträger die Abaja-Pflicht jedoch in Frage gestellt: Frauen sollten nicht länger zum Tragen der Abaja "gezwungen" werden, sagte Scheich Abdullah al-Mutlak. Die Regierung hat sich noch nicht dazu geäußert, ob sie die Kleiderordnung lockert.

Zuletzt hatte es in Saudi-Arabien mehrere Erleichterungen für Frauen gegeben. Erst am Wochenende hatte das Handelsministerium bekanntgegeben, dass Frauen künftig ohne Erlaubnis eines Mannes Unternehmen gründen dürfen. Bereits im vergangenen Jahr hatte Riad angekündigt, dass Frauen ab Juni 2018 in Autos am Steuer sitzen dürfen. Zudem konnten Frauen im Januar zum ersten Mal für Fußballspiele in Stadien gehen.

Die Erleichterungen für Frauen sind Teil eines wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Modernisierungsprogramms von Kronprinz Mohammed bin Salman. Dessen erklärtes Ziel ist es, den Anteil der Frauen am Arbeitsmarkt von derzeit 22 Prozent auf mehr als 30 Prozent im Jahr 2030 zu steigern.