Satte Dividenden und mehr nicht? So geht es bei Takkt weiter

Fragender Mann "Was jetzt?"
Fragender Mann "Was jetzt?"

Wirklich berauschend läuft es für den deutschen Büro- und Restaurantausstatter Takkt (WKN: 744600) derzeit nicht an der Börse. Seit ich im April 2021 eingestiegen bin, bekam ich zwar zweimal satte Dividenden, aber einen Wertzuwachs beim Kurs gab es nicht.

Vielleicht kann Takkt nun mit den aktuellen Geschäftsdaten an den Märkten punkten. Trotz einmaliger Belastungen von 2 Mio. Euro für den strukturellen Umbau gelang es dem ehemaligen SDAX-Unternehmen, die EBITDA-Marge im dritten Quartal von 10,0 auf 10,8 % zu steigern. Nach neun Monaten steht damit ein Zuwachs beim EBITDA um 28 % auf 105,2 Mio. Euro zu Buche. Das Management um CEO Maria Zesch zeigt sich zufrieden mit der Nachfrage. Diese sei in den wichtigen Zielmärkten schneller auf die Beine gekommen, als viele erwartet haben. Wermutstropfen: Die Nettoschulden sind im Jahresverlauf deutlich gestiegen, von 105 auf aktuell 155,6 Mio. Euro. Zesch und ihr Team wollen diesen Posten jetzt aber deutlich reduzieren.

Werden die Schulden für Takkt zum Problem?

Schulden werden für ein Unternehmen dann riskant, wenn es die damit einhergehenden Zinsen nicht mehr bedienen kann, entweder durch Cashflow oder durch die Aufnahme von neuem Fremdkapital zu einem attraktiven Preis. Wenn die Dinge wirklich schlecht laufen, können die Kreditgeber die Kontrolle über das Unternehmen übernehmen. Eine üblichere, aber ebenso unangenehme Situation ist es, wenn ein Unternehmen neue Aktien emittieren und damit das Vermögen bestehender Aktionäre verwässern muss, nur um seine Schulden in den Griff zu bekommen.

Solcherlei werden wir bei Takkt jedoch sehen. Davon bin ich überzeugt. Schließlich verfügt das Unternehmen über 3,9 Mio. Euro an Barmitteln. Der Verschuldungsgrad von 15,6 % sorgt nicht für Sorgenfalten auf meiner Stirn. Und das EBIT übersteigt die laufenden Zinszahlungen um das 21-Fache.

Hinzu kommt, dass Takkt sein EBIT in den letzten zwölf Monaten um 76 % steigern konnte. Aber wir sollten beim Thema Schulden nicht nur auf die Bilanz starren. Es sind auch die zukünftigen Erträge, die darüber entscheiden, ob Takkt in der Lage sein wird, auf finanziell solidem Fundament zu arbeiten.

Die Wachstumsmusik spielt weiter

Der Großteil der Analysten ist optimistisch. Mit +12,1 % pro Jahr soll Takkt seinen Gewinn in den kommenden Jahren deutlich stärker steigern können als der Durchschnitt der deutschen Industrie. Auch der Takkt-Vorstand selbst zeigt sich guten Mutes und erhält seine Prognose für das Gesamtjahr 2022 aufrecht. Demnach soll das EBITDA bei mindestens 120 Mio. Euro landen. Zum Vergleich: Die Marktkapitalisierung von Takkt liegt momentan bei 808,3 Mio. Euro. Die Bewertung ist günstig, das Kurs-Gewinn-Verhältnis steht bei 14, das Kurs-Umsatz-Verhältnis bei 0,6.

Spannend wird in den kommenden Monaten zu beobachten sein, wie Ankeraktionär Franz Haniel agiert. Aktuell hält er fast 60 % aller Anteile. Es ist nicht auszuschließen, dass er Takkt angesichts der günstigen Bewertung von der Börse nimmt. Aber das ist aktuell nicht mehr als Spekulation. Ich halte meine Takkt-Position weiter und freue mich auf die nächste Dividende im Frühjahr 2023.

Der Artikel Satte Dividenden und mehr nicht? So geht es bei Takkt weiter ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Henning Lindhoff besitzt Aktien von Takkt. The Motley Fool empfiehlt TAKKT.

Motley Fool Deutschland 2022