Sarahah-Messenger: Konkurrenz für WhatsApp?

Sarahah ist der Überraschungs-Hit in den Downlaod-Charts des Sommers (Bild: Sarahah)

Eine neue App erobert derzeit die App-Stores weltweit: Sarahah. Ein Chatprogramm, das aber nicht zum Chatten da ist, sondern zum Versenden von anonymen Textbotschaften. Doch auch Kritik macht sich breit. Denn Sarahah könnte negative Folgen haben.

Die App funktioniert ähnlich wie klassische Messenger Apps: Ein Nutzer schreibt eine Nachricht an einen anderen. Der große Unterschied beim Sarahah-Messenger ist aber, dass der Empfänger keine Ahnung hat, wer ihm die Nachricht gesendet hat. Entworfen hat die App der saudi-arabische Entwickler Zain al-Abidin Tawfiq. Sie sollte eigentlich Firmen dienen, um Mitarbeitern oder dem Chef anonymes, äußerst ehrliches Feedback zu geben. Das arabische Wort Sarahah bedeutet übersetzt nämlich “Ehrlichkeit“ oder “Aufrichtigkeit”.

Überraschender Erfolg der App

Mitte Juni kam Sarahah in die App Stores. Seitdem explodieren die Downloadzahlen – und das nicht nur im arabischen Raum. Laut App Annie ist der Messenger mittlerweile in 25 Ländern auf Platz eins des App Stores von Apple, auf dem Android-Markt in drei Ländern unter den Top Fünf. Die englische Version steht seit Kurzem als kostenloser Download bereit, allerdings noch nicht für deutsche User.

Nutzer suchen in der App andere Nutzer, die sie kennen und schicken ihnen anonym Nachrichten. Laut Entwickler soll das Versenden konstruktiver Nachrichten von Freunden oder Mitarbeitern eigene Stärken erkennen lassen und mögliche Schwachstellen mithilfe von ehrlichem Feedback minimieren. Eines kann der Nutzer aber eingrenzen: Mittels eines Filters entscheidet er, wer ihm Mitteilungen schicken darf. Außerdem kann er Nachrichten favorisieren, die ihm gefallen. Einziges Manko: Auf Nachrichten antworten geht nicht.

Angst vor Mobbing

Den Absender ausfindig zu machen, funktioniert leider ebenso wenig. In den Stores werden deshalb kritische Stimmen laut, das Programm könne den Weg für Cyberbully ebnen. Die App entwickelt sich immer mehr zum Kanal von Hassbotschaften. Einige User haben sich bereits wegen Schikane und Mobbing beschwert. Die Anonymität der Anwendung scheint dabei Hemmschwellen abzubauen. “Wir geben unser Bestes, um das zu verbessern“, sagt Gründer al-Abdin Tawfiq. “Das wahre Ziel von Sarahah ist nämlich, die Kommunikation zu verbessern“.

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