Santander vor Kapitalerhöhung: Das müssen Anleger jetzt wissen

Fabian Strebin
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Santander vor Kapitalerhöhung: Das müssen Anleger jetzt wissen

Banco Santander übernimmt für einen symbolischen Preis von einem Euro die angeschlagene Banco Popular. Zusätzlich will Santander 7,1 Milliarden Euro über eine Kapitalerhöhung bei den Altaktionären einsammeln, um die Risiken der Übernahme abzusichern. Operativ läuft es derzeit blendend.

Deutlicher Abschlag

Der spanische Bankenprimus gewährt für die Kapitalerhöhung einen Abschlag von 19 Prozent auf den Schlusskurs vom vergangenen Montag. Experten hatten durchschnittlich nur mit zehn Prozent gerechnet. Allerdings sind sich die Analysten einig, dass deshalb die Kapitalerhöhung gesichert ist.

Anleger können die neuen Aktien ab morgen, 6. Juli, zeichnen. Dann wird das Papier auch mit einem Abschlag an der Börse gehandelt. Für zehn alte Aktien kann eine neue bezogen werden. Die neuen Aktien werden zu 4,85 Euro ausgegeben. Bis 20. Juli haben Aktionäre noch Zeit, sich zu entscheiden. DER AKTIONÄR rät zum Zeichnen. Die neuen Aktien berechtigen bereits zur nächsten Dividendenausschüttung Anfang August. Bei einer auf das Gesamtjahr bezogenen Dividendenrendite von 3,5 Prozent ein Grund, der für die Aktie spricht.

Für Banco Santander sprechen auch die positiven vorläufigen Zahlen zum ersten Halbjahr 2017, die der Konzern veröffentlicht hat. Demnach hat sich der Reingewinn ohne Banco Popular im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 24 Prozent erhöht. Getrieben wird das Ergebnisplus sowohl von einem höheren Zinsüberschuss (+6 Prozent) als auch von steigenden Provisionen (+11 Prozent).

Gutes Gesamtpaket

Die Übernahme der Banco Popular war trotz der Risiken ein kluger Schachzug. Die Marktstellung in Spanien und Portugal wird damit weiter gefestigt. Das zuletzt schwächelnde Brasiliengeschäft kann damit gut kompensiert werden.

Fundamental ist die Banco Santander nicht teuer bewertet. Das KGV von 13 entspricht dem der Peergroup. Mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,9 ist die Aktie im Vergleich zur Gesamtbranche, die auf 1,0 kommt, aber unterbewertet. DER AKTIONÄR empfiehlt den Kauf der Aktie und hat ein Kursziel von 8,00 Euro. Ein Stopp sollte bei 4,85 Euro gesetzt werden.