Sanktionierter Oligarch, dem Villen am Tegernsee und eine Yacht in Hamburg gehören, bezahlte 10.000 Euro im Monat für Spitzenkoch über Steueroase

Der russische Oligarch Alischer Usmanow soll Geldwäsche betrieben haben. - Copyright: Alexander Saverkin / dpa
Der russische Oligarch Alischer Usmanow soll Geldwäsche betrieben haben. - Copyright: Alexander Saverkin / dpa

Der russische Oligarch Alischer Usmanow ist im Fokus deutscher Geldwäsche-Ermittler. Der Milliardär besitzt Villen am Tegernsee, Italien, in der Karibik und England. Immer dabei gewesen: sein italienischer Spitzenkoch aus Essen. Diesen ließ sich der Oligarch einiges kosten – Recherchen der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) zufolge 120.000 Euro pro Jahr.

Bezahlt wurde er jedoch nicht direkt aus der Tasche des mit Sanktionen belegten Usmanow, sondern über eine Firma auf den Britischen Jungferninseln – ein bekanntes Steuerparadies. Auch andere Zahlungen Usmanows liefen über Firmen in Steuerparadiesen. Die Financial Intelligence Unit, die deutsche Geldwäsche-Behörde, hat deswegen laut der „SZ“ in den vergangenen fünf Jahren dutzende Verdachtsmeldungen der Geldwäsche erhalten.

Herausgekommen ist bei den Ermittlungen bisher trotzdem nichts. Trotz der vielen Hinweise durch verschiedene Banken kam es bislang noch nicht zu einer Anklage. Ein Sprecher von Usmanow sagte auf Anfrage der „SZ“, Anschuldigungen der Geldwäsche seien „in hohem Maße diffamierend“ und dass Usmanow nichts Illegales getan habe.

Drei Villen am Tegernsee und eine 600-Millionen-Yacht

Der Oligarch, der sein Geld mit Eisen und Stahl gemacht hat, besitzt unter anderem drei Villen am Tegernsee in Bayern, sowie die 600 Milliarden Euro teure Yacht "Dilbar" in Hamburg. Diese wurde infolge der Sanktionen gegen russische Oligarchen von deutschen Behörden festgesetzt, von denen auch Usmanow betroffen ist. Vor dem Europäischen Gerichtshof klagt Usmanow aktuell gegen die Sanktionen. Er wolle nicht als Unterstützer Putins gelten. Von ihm losgesagt hat er sich laut „SZ“ aber auch nicht.

bp

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.