Sanktionen sorgen für Lücken im Sortiment: Steht „Russen-Aldi“ Mere in Deutschland vor dem Aus?

Der Discounter Mere wirbt mit besonders niedrigen Tiefpreisen.
Der Discounter Mere wirbt mit besonders niedrigen Tiefpreisen.

Etwa drei Jahre nach der Eröffnung in Deutschland muss der sibirische Discounter Mere immer mehr Filialen schließen. Die als „Russen-Aldi“ bekannte Billig-Kette zieht sich laut der „Lebensmittel Zeitung“ (LZ) schrittweise aus Deutschland zurück. Von neun Standorten in Deutschland seien nur noch vier übrig. 2019 war noch von 100 Geschäften bundesweit die Rede gewesen.

„Aus betriebliche Gründen“ würden die Schließungen geschehen, heißt es auf Schildern an alten Mere-Filialen in Halle und Schönebeck. Gegenüber der „Lebensmittel Zeitung“ dementiert Mere jedoch ein komplettes Aus für das Deutschland-Geschäft. Die verbliebenen Filialen sind noch rund um Leipzig zu finden. Mere-Läden in Westdeutschland hatte der Discounter schon zum Jahreswechsel aufgegeben.

Sanktionen gegen Russland sorgen für Lücken im Sortiment

Vor allem die Sanktionen gegen Russland stellen ein großes Problem bei der Warenversorgung dar. So wurde laut LZ bisher ein großer Teil des Sortiments aus Russland importiert – was nun zu Lücken in den noch bestehenden Filialen führt. Die Auswahl an Molkereiprodukten, Käse und Alkohol sei stark eingeschränkt. Nur noch etwa 250 Artikel seien im Angebot, der Großteil der Frische-Produkte komme mittlerweile aus dem Baltikum.

Auch aus anderen westeuropäischen Ländern zieht Mere sich zurück. Im Baltikum hingegen werde aufgestockt, berichtet die LZ. So gibt es dem Unternehmen zufolge schon 19 Märkte in Litauen. In Russland soll die Kette – dort unter dem Namen Svetofor – bereits 1700 Läden haben.

hr

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