Sanierung: Römisch-Germanisches Museum schließt für sechs Jahre – Politiker empört

Die Mehrheit im Stadtrat will der Vorlage der Kulturverwaltung nicht zustimmen.

Die umfassende Grundsanierung des Römisch-Germanischen Museums (RGM) in Köln hat zu einem heftigen Streit in der Politik geführt. Für die Arbeiten wird das Museum Ende Dezember 2017 für voraussichtlich mehr als sechs Jahre geschlossen. Bis vor kurzem war man von einer Zeit von drei Jahren ausgegangen, mit einer Wiedereröffnung im Jahr 2021. Das bestätigte auch der Direktor des RGM, Marcus Trier, dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Er zeigte sich von der nun auf mehr als das Doppelte verlängerten Dauer der Sanierung geschockt und überrascht.

Politiker reagieren verärgert bis entsetzt

Führende Politiker im Kölner Stadtrat reagierten verärgert bis entsetzt auf die Information aus der Kölner Stadtverwaltung. „Sind die eigentlich wahnsinnig? Ich bin fast vom Stuhl gefallen“, kommentierte Ralph Elster, Vizefraktionschef der CDU, die schlechte Nachricht. „Es ist unfassbar, was in dieser Kulturverwaltung seit Jahren alles schiefgeht.“ „Sechs Jahre auf das RGM verzichten – das kann doch nicht sein“, sagte Klaus Schäfer (SPD). Politiker von FDP und Grünen zeigten sich ebenfalls verärgert. FDP-Fraktionschef Ralph Sterck forderte, einen eingeschränkten Weiterbetrieb des Museums zu ermöglichen, statt es komplett zu schließen.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker hatte zuvor eine entsprechende Vorlage unterzeichnet, das RGM grundlegend zu sanieren und neu zu gestalten. Der große Besucherzuspruch habe im wahrsten Sinne des Wortes seine Spuren hinterlassen und mache eine zeitnahe Sanierung unumgänglich, wie es in einer Mitteilung der Stadt heißt. Es bestehe dringender Handlungsbedarf. Dieser sei auch unabhängig von den Planungen im Zusammenhang mit der geplanten „historischen Mitte“, so Reker.

Stadtverwaltung erklärt neue Prognose

Die Stadtverwaltung verteidigte die längere Sanierungsdauer. Eine genauere Betrachtung der nötigen Arbeiten habe zu der neuen Prognose geführt, so eine Stadtsprecherin. In den sechs Jahren sollen unter anderem die Mittelpassage baulich verändert und die gesamten technischen Anlagen erneuert werden. Die Kosten werden auf 41,7 Millionen Euro beziffert.

Seit der Eröffnung 1974 kamen mehr als 20 Millionen Menschen Besucher in das RGM. Gezeigt wird das archäologische Erbe der Stadt und ihres Umlandes. Durch die Neugestaltung soll auch mehr Platz für die Präsentation der Ausstellungsstücke gewonnen werden, etwa für die spektakulären Funde im Zusammenhang mit dem Bau der Nord-Süd-Stadtbahn....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta