Sanierung: Chaos auf Kölner Opern-Baustelle lichtet sich – Probleme mit Gewährleistung

Die Gewährleistung für die Bühnen-Technik endet aber bereits vor der Eröffnung.

Es werden noch mindestens sechs Jahre vergehen, bis ein Sänger die Bühne der Oper am Offenbachplatz betreten wird. Wenigstens bis zum Jahr 2023 soll es dauern, bis das denkmalgeschützte Haus nach der 2012 begonnenen Sanierung wiedereröffnen kann.

Während Probleme beim Einbau der Haustechnik unmittelbar ins Desaster führten, konnte die Bühnentechnik bereits zu 85 bis 95 Prozent fertiggestellt werden.

Technik in Kölner Oper vorgeführt

„Wir wollen auch mal etwas zeigen, was gelungen ist“, sagte der technische Betriebsleiter Bernd Streitberger am Donnerstag, während er die neue Bühnentechnik öffentlichkeitswirksam vorführen ließ. Diese Aufgabe übernahm Andreas Fischer, ehemals Leiter des Projektbüros für die Sanierung der Bühnen und heute Mitglied in Streitbergers Team.

„Mit der alten Bühnentechnik konnten wir nicht annähernd so gut arbeiten, wie das mit der neuen möglich sein wird“, sagte Fischer.

Gewährleistung endet vor Eröffnung

Dass es noch mindestens sechs Jahre dauern wird, bis die Künstler die 40 Millionen Euro teure Maschinerie im Opernhaus tatsächlich benutzen können, bereitet jedoch auch Probleme. So endet die gesetzliche Gewährleistung bereits in vier Jahren.

Sollte etwas mit der Technik nicht in Ordnung sein, muss Streitbergers Team die Mängel also identifizieren, ohne dass jemals auch nur eine einzige Oper auf der Bühne aufgeführt worden wäre. In den Anlagen verbaute Hydraulik-Schläuche müssen zudem regulär alle vier Jahre erneuert werden. Das erste Mal wird das also vor der Wiedereröffnung der Fall sein.

Darüber hinaus muss die Hydraulik alle paar Monate benutzt werden, um Defekte zu vermeiden. Das erinnert an den neuen Berliner Flughafen, bei dem eine leere Bahn regelmäßig den unbenutzten Bahnhof unter dem Terminal ansteuern muss, um mit dem Luftzug Schimmelbildung im Tunnel zu verhindern.

Der Umbau aller vier Bühnen in Oper, Schauspielhaus, Kinderoper und den ehemaligen Opernterrassen, die jetzt Kleines Haus heißen, kostet zusammen 79 Millionen Euro. Laut Andreas Fischer handelt es sich bei der neuen Bühnentechnik um eine, die dem heutigen Stand entspricht.

Ob das auch 2023 noch der Fall sein wird, bleibt offen. Immerhin sind die Planungen für die Einbauten dann bereits elf Jahre alt. Zu den Besonderheiten gehören unter anderem fünf Podeste, die je nach Bedarf aus dem Boden fahren können. Das ermöglicht es, eine Treppe und eine Schräge herzustellen. „Das haben wir früher manuell machen müssen, was sehr viel Zeit gekostet hat, die wiederum für die Kunst fehlte“, sagte Fischer.

Als weitere Bereicherung stellte er fahrbare Zugstangen vor, die sich gleichmäßig von der Decke herunterfahren lassen. „Das wäre früher im Handbetrieb so nicht möglich gewesen“, sagte Fischer.

Optimale Ausleuchtung der Bühne

Die Zugstangen können etwa eingesetzt werden, um den Eindruck zu erwecken, als fliege ein Sänger über die Bühne. Darüber hinaus gibt es teilbare Oberlichtzüge, an denen Scheinwerfer befestigt werden, um die Bühne optimal ausleuchten zu können. Im hinteren Teil der Bühne wurden gegeneinander drehende Scheiben eingebaut....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta