Sanaa: Schwere Kämpfe zwischen Ex-Verbündeten

In Jemens Hauptstadt Sanaa toben weiter schwere Kämpfe zwischen Anhängern des ehemaligen Präsidenten Ali Abdullah Saleh und den Huthi-Milizen. Die ehemaligen Verbündeten waren bis vor kurzem gemeinsam gegen die von Saudi-Arabien geführte Militär-Koalition vorgegangen. Seit dem Aufflammen der Kämpfe vor vier Tagen gab es laut eines saudischen TV-Senders über 80 Todesopfer.

Saleh zeigte sich in einer Fernsehansprache gesprächsbereit. Er rief die Nachbarstaaten und ihre Verbündeten auf, die Aggressionen gegen den Jemen zu stoppen. Dann werde man "eine neue Seite aufschlagen und positiv miteinander umgehen."

Der Anführer der Huthi-Rebellen, Abdul-Malik al-Houthi, warf Saleh daraufhin Volksverhetzung vor, von der nur die saudische Militärkoalition profitiere. Gleichzeitig signalisierte Al-Houthi aber Bereitschaft für ein Schlichtungsverfahren.

Die Huthis hatten 2015 die Kontrolle über Sanaa übernommen und den Nachfolger des damaligen Präsidenten Saleh, Abed Rabbo Mansur Hadi, ins Exil gezwungen. Seitdem fliegt die internationale Koalition sunnitischer Staaten Luftangriffe gegen Stellungen der schiitischen Huthi-Miliz.

Durch den Bürgerkrieg sind Zehntausende Menschen getötet worden. Mehr als 20 Millionen Jemeniten sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Erstmals seit mehreren Wochen erreichte eine Lebensmittellieferung wieder die von Huthis kontrollierte Hafenstadt Al-Hudaida am Roten Meer. An Bord waren über 5000 Tonnen Weizen.