San Francisco: Mysteriöser Anstieg von Attacken durch Seelöwen

Normalerweise den Menschen recht zugewandt: Seelöwen. (Bild: AP Photo)

Die Bucht von San Francisco scheint für Schwimmer nicht mehr sicher: Im vergangenen Monat wurden vier Menschen im Wasser von Seelöwen attackiert, einige mussten sogar im Krankenhaus behandelt werden. Schwimmbegeisterte sollen ab sofort nur noch zu zweit baden gehen.

Beim Schwimmen in der Bucht von San Francisco wurde eine Frau am Donnerstag von einem Seelöwen attackiert. Wie der „San Francisco Chronicle“ berichtet, habe die Frau schwer geblutet. Sie wurde anschließend in ein Krankenhaus eingeliefert.

Eine Freundin der Frau, die ebenfalls mit schwimmen war, schildert die dramatischen Sekunden: „Er hat sie gebissen und gezogen.“ Als die Frauen aus dem Wasser kamen, eilte ein Feuerwehrmann im Ruhestand herbei, der ebenfalls zu dem Zeitpunkt schwimmen war. Die Frau konnte jedoch alleine gehen und lehnte anfangs ab, in ein Krankenhaus gebracht zu werden.

In der Bucht von San Francisco tummeln sich nicht nur Seelöwen, sondern auch Delfine, Wale und Pelikane. (Bild: Getty Images)

Es handelt sich um den mittlerweile vierten Zwischenfall im vergangenen Monat, bei dem ein Mensch in der Bucht von San Francisco von einem Seelöwen angegriffen wurde. Solche Angriffe seien zwar rar, sagte ein Sprecher des „Maritime National Historical Park“, der für die Bucht verantwortlich ist. Ganz außergewöhnlich seien sie aber nicht.

Lee Hammack, der seit 32 Jahren Mitglied im „Dolphin Swim and Boat Club“ ist und regelmäßig in der Bucht schwimmen geht, berichtet von einem ähnlichen Vorfall. „Vor 20 Jahren oder so gab es hier schon mal eine Seelöwen-Attacke und man war unruhig deswegen. So was passiert.“

Klicken Sie sich durch tierische Schnappschüsse

Begonnen hat die Angriffsserie in der ersten Dezemberwoche, als ein Seelöwe einen Schwimmer attackierte. Die Wunde war allerdings so klein, dass keine weitere Behandlung nötig war. Am 14. Dezember wurde ein Mann beim Schwimmen in den Arm gebissen. Nur einen Tag später dann der nächste Vorfall: Ein Seelöwe biss einem Schwimmer in die Wade. Beide Männer mussten im Krankenhaus behandelt werden. Nach der Attacke wurde der Zugang zur Bucht vom „Maritime National Historical Park“ für fünf Tage gesperrt.

Von einer solchen Maßnahme nimmt man nun jedoch Abstand. Statt einer Sperrung sollen die Schwimmer aufpassen und nur zu zweit ins Wasser gehen, um sich im Notfall zu helfen.

Ob hinter den Attacken verschiedene Seelöwen stecken oder nur ein einzelnes Exemplar, ist ungewiss. Manche Einheimische behaupten sogar, nicht Seelöwen, sondern Robben seien für die Attacken verantwortlich.

Im Video: Frau überlebt Haiangriff