San-Fermín-Fest in Pamplona mit riesiger Rotwein-Sause eröffnet

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Eröffnung des San-Fermín-Festes in Pamplona

Tausende ausgelassene Menschen haben am Donnerstag den Beginn des jährlichen San-Fermín-Festes im nordspanischen Pamplona mit einer riesigen Rotwein-Sause gefeiert. Um Punkt zwölf Uhr mittags erscholl vom Balkon des Rathauses der Festruf "Viva San Fermín!" Zahlreiche Party-Teilnehmer trugen weiße Kleidung und rote Halstücher. Sie bespritzten sich gegenseitig mit Rotwein - wenn sie ihn nicht selbst tranken. Die Stierhatz beginnt am Freitag.

Die Hatz mit jeweils sechs Stieren beginnt jeden Morgen um 08.00 Uhr und dauert - bei einer Laufstrecke von knapp 850 Metern - nur wenige Minuten. Die Stiere laufen zur Arena, wo sie bei einer sogenannten Corrida, einem Stierkampf, getötet werden.

In diesem Jahr wird das Fest von einer Kampagne gegen sexuelle Gewalt begleitet. "Wenn eine Frau Nein sagt, heißt das Nein", sagte die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Laura Berro. Im vergangenen Jahr war eine 18-jährige Frau von fünf Männern aus Sevilla vergewaltigt worden, die ihre Tat zudem filmten. Die Täter, darunter ein Polizist und ein Soldat, warten derzeit in Haft auf ihre Verurteilung.

Das Fest zieht jedes Jahr hunderttausende Besucher aus dem In- und Ausland an. Vor allem junge Männer, die sich mit Sangria und Wein Mut antrinken, suchen in den Straßen Pamplonas den Nervenkitzel. Neben der Stierhatz finden auch zahlreiche Konzerte, Feste und religiöse Prozessionen statt.

Seit 1911 kamen bei der Stierhatz 15 Menschen ums Leben. Zuletzt erlitt ein 27-jähriger Spanier 2009 tödliche Verletzungen, als ein Stier ihm die Hörner in Nacken, Herz und Lunge rammte. Das Festival ist unter anderem von Ernest Hemingway in seinem Roman "Fiesta" verewigt worden.

Am Mittwoch protestierten Tierschützer gegen die Stierhatz. Die mit falschem Blut bespritzten Demonstranten marschierten unter dem Protestslogan "Stierkampf stoppen".