Sané? Das war früher bei Ribéry und Robben auch so

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Sané? Das war früher bei Ribéry und Robben auch so
Sané? Das war früher bei Ribéry und Robben auch so

Hallo Fußball-Freunde,

das Topspiel zwischen RB Leipzig und dem FC Bayern hat gezeigt, dass die Diskussion rund um die Bayern-Transfers nicht aus der Luft gegriffen ist. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Eines ist klar: Bayern wäre auch im letzten Jahr der Favorit gewesen. Mit Dayot Upamecano und Marcel Sabitzer sind bei Leipzig aber schon zwei Stützen weggebrochen. Das hat ihnen wehgetan, das hat man am Samstag gesehen. Die Bayern haben auch in der Höhe verdient mit 4:1 gewonnen.

Bayern nicht in der Lage, Top-Spieler aus anderen Ligen zu holen

Die Schwächung der Konkurrenz ist nichts Neues. Früher machten es die Münchner bei Werder Bremen mit Mario Basler und Andi Herzog so. Bei Dortmund mit Mats Hummels, Mario Götze und Robert Lewandowski. Das ist aber auch völlig legitim.

Die Bayern gewinnen durch die Transfers an Qualität und Konkurrenzkampf. Der Hintergedanke, die Konkurrenz zu schwächen, schwingt dabei mit. Es kommt hinzu, dass es sich in diesem Sommer um Ablösesummen handelt, die sich noch im Rahmen bewegen. Der deutsche Rekordmeister ist einfach nicht in der Lage, Top-Spieler aus anderen Ligen zu verpflichten. Da geht es um 70, 80, oder 90 Millionen Euro.

Es ist klug, Qualität zu gewinnen und die Konkurrenz zu schwächen. Man sieht es am Beispiel Leipzig. Sie haben drei von 12 möglichen Punkten geholt. Es war ein Wirkungstreffer.

Sané wie früher Robben und Ribéry

Aus sportlicher Sicht hat das richtungsweisende Spiel in Leipzig einige großartige Geschichten für den FCB geschrieben. Eine davon dreht sich um Leroy Sané. Wenn du für Wochen und Monate auf die Zwölf kriegst und jetzt relativ stabil deine Leistung bringst, dann ist das Balsam auf die Seele. Die Pfiffe haben ihm schon wehgetan. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

In Spielen, in denen er kritisch gesehen wurde, hat er nicht für die anderen mitgearbeitet. Das war früher bei Franck Ribéry und Arjen Robben auch so. Sie haben manchmal nicht zurückgearbeitet, wenn sie den Ball verloren haben. Sie haben das geändert und sind dadurch in die Weltklasse aufgestiegen. Bei Leroy war das auch so, bei ihm ging oft der Kopf runter, wenn er eine schlechte Aktion hatte. Jetzt arbeitet er nach hinten und das sehen die Fans und auch die Mitspieler, die ihn loben.

Eine andere positive Story schreibt Jamal Musiala.

Er bringt eine unglaublich hohe technische Fähigkeit mit. Er hat eine hohe Spielintelligenz und ist unbekümmert. Mit 18 Jahren machst du dir keinen Kopf, auch wenn mal was in die Hose geht. Er spielt frei und locker.

Für sein Alter ist Musiala wirklich schon sehr weit. Ich hoffe, dass sein Weg weiter nach oben geht. Die Qualitäten hat er. Er trainiert täglich mit den Besten und hebt sein Level damit.

Borussia Dortmund fährt einen Sieg für die Moral ein

Der klare Sieg in Leipzig war ein gut hörbares Signal des Teams von Julian Nagelsmann an die Konkurrenz. Das wird man auch in Dortmund vernommen haben, wo es mal wieder turbulent zugeht. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Der spektakuläre 4:3-Sieg bei Bayer Leverkusen spricht für die Moral. Man kann von der Offensive nicht erwarten, dass man jedes Spiel drei oder vier Tore schießt. In Freiburg war es nur eines und das Spiel haben sie verloren. Die Defensive zeichnet gute Mannschaften aus.

Im letzten Jahr hat der neue Dortmunder Coach Marco Rose mit Borussia Mönchengladbach 56 Gegentore bekommen, das ist ein Stück weit schon eine Frage der Philosophie. Er ist offensiv ausgerichtet, darf die Defensive dabei aber nicht vergessen. Das ist die große Herausforderung für Rose, um in der Bundesliga und international zu bestehen. Wenn Mats Hummels wieder fit ist, dann kommt ein wichtiger Stabilisator zurück, der dabei helfen könnte.

Dabei helfen kann auch Julian Brandt, der gegen Leverkusen ein sensationelles Tor gemacht hat. Ich hätte mich bei der Aktion verletzt. Da sieht man, was der Junge für außergewöhnliche Qualitäten hat. Er muss das nun auf die Strecke bringen, das ist sein größtes Problem. Ich wünsche ihm, dass es das Niveau über Wochen und Monate halten kann.

Bei Erling Haaland mache ich mir da keine Sorgen. Jetzt hat er auch noch ein großartiges Kopfballtor erzielt. Er hat an seinem Kopfballspiel gearbeitet und das sah aus wie im Bilderbuch. Der Typ ist unfassbar.

Bis bald

Euer Stefan Effenberg

Stefan Effenberg hat 2001 mit dem FC Bayern die Champions League gewonnen. Mit den Bayern und Borussia Mönchengladbach wurde er zudem mehrmals Deutscher Meister und Pokalsieger. Seit Sommer 2018 bildet der 52-Jährige mit Marcel Reif und Mario Basler das feste Experten-Team des CHECK24 Doppelpass.

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