Samsungs Galaxy S9 und S9 Plus bringen wesentliche Verbesserungen der Kamera

Bei Samsungs Galaxy S9 und S9 Plus dreht sich alles um die Kameras.

Samsungs Galaxy S9 und S9 Plus sind auf dem Markt. Aufgrund der zahlreichen Leaks wissen wir zwar schon, wie die Geräte aussehen, aber es ist trotzdem ein großer Unterschied, ein Foto eines Smartphones zu sehen und es tatsächlich zu benutzen.

Das S9 und S9 Plus sind die großen Nachfolger des S8 und S8 Plus und treten auf dem Markt gegen das iPhone 8, 8 Plus und das X (ausgesprochen zehn) des Konkurrenten Apple an. Sie sehen unglaublich vertraut aus, kommen aber mit erheblichen Verbesserungen einer der zentralen Bauteile jedes Smartphones: der Kamera.

Mehr des Gleichen, auf gute Art und Weise

Legen Sie das Galaxy S9 und das Galaxy S8 nebeneinander und es wird Ihnen sehr schwer fallen, sie auseinanderzuhalten. Samsung behielt die Designsprache des letzten Modells bei und das ist gar kein so schlechter Schachzug. Immerhin ist das S8 ein beeindruckendes Gerät. Und für Samsung ist dies keine so bedeutende Markteinführung wie es das komplett neu designte iPhone X für Apple war, deshalb gab es keinen bestimmten Anlass für große Veränderungen.

Hätte mir ein neues Design gefallen? Absolut. Es ist enttäuschend, dass es hier keine großen Veränderungen gibt. Aber es ist nichts, was den Verkäufen des S9 und S9 Plus letztendlich schaden wird.

Das S9 und S9 Plus bietet in Bezug auf das Design Altbekanntes, mit nur kleinen, aber willkommenen Änderungen.

Natürlich gibt es einige kleine Veränderungen am Aussehen des Handys. Samsung sagte, man habe die Frontblenden des S9 und S9 Plus etwas dünner gemacht als bei ihren Vorgängern und Gott sei Dank hat sich das Unternehmen entschieden, den Fingerabdruck-Sensor von der Kamera weg und in die Mitte der Rückseite des Geräts zu verschieben.

Das macht es wesentlich einfacher, den Sensor zu verwenden, ohne ihn versehentlich für die Kamera zu halten. Außerdem kann man so den Sensor leichter erreichen, ohne dass man den Finger über die ganze Rückseite des Handys strecken muss.

Das S9 und S9 Plus, auf denen Googles Android OS läuft, haben auch die gleiche Bildschirmgröße wie das S8 und S8 Plus. Das S9 hat einen 5,8 Zoll Super AMOLED Bildschirm, während das S9 Plus einen 6,2 Zoll Super AMOLED Bildschirm bekommt. Samsung sagt, man habe die Bildschirme des S9 und des S9 Plus heller als die des S8 und S8 Plus gemacht, aber das konnte ich selbst nicht überprüfen.

Lichter, Kamera, Emoji

Samsungs umfangreichste Verbesserungen am Galaxy S9 und S9 Plus sind die Kameras. Interessanterweise entschied sich Samsung, das S9 Plus mit einer Dual Lens auszustatten, während das S9 nur eine einfache Linse hat. Aber bisher sieht es so aus, als würde die zusätzliche Linse nur für Fotos im Bokeh-Stil eingesetzt werden.

Sowohl die Kamera des S9 als auch die des S9 Plus haben mechanische Blenden, die sich öffnen und schließen, abhängig von der Art des Lichts, bei dem die Aufnahmen gemacht werden. Samsung sagt, die Kameras verwenden eine mechanische variable Blende mit den Werten F1.5 und F2.4. Das Unternehmen behauptet, dies würde die Lichtmenge, die die Kamera einfangen kann, um 28 % erhöhen.

In einer Vorführung hielt ein Samsung-Sprecher die Kamera in einen Zylinder, der fast völlig dunkel war. Die Kamera konnte die verschwindend geringe Lichtmenge nutzen, um ein Bild des Inneren der Röhre zu machen: ein Bild eines Kreisverkehrs.

Das S9 Plus bekommt auf der Rückseite eine neue Dual-Kamera.

Auch die Bildschärfe bei schwachem Licht wurde beim S9 und S9 Plus verbessert. Normalerweise sind Bilder, die man bei schlechten Lichtverhältnissen macht, körnig und verzerrt. Samsung sagt, man habe dies mit etwas behoben, das sie Multiframe Noise Reduction nennen. Dabei schießt das Handy zwölf Bilder eines Moments und fügt dann die besten Aufnahmen zusammen, um ein wesentlich klareres Bild zu bekommen als bei der Samsung Vorgänger-Version.

Ein Beispiel, das uns das Unternehmen zeigte, sah tatsächlich klarer aus, als es mit dem S9 gemacht wurde, aber ich habe das S8 und S9 nicht selber im Vergleich getestet und bis ich das getan habe, wage ich nicht zu sagen, dass sich die Bildqualität dadurch wirklich verbessert.

Samsung bewirbt auch die Möglichkeiten von Superzeitlupe mit dem S9 und S9 Plus. Das Unternehmen sagte, die Bildsensoren der Geräte haben nun einen eingebauten Speicher, der es ermöglicht, mit der Kamera Videos mit 960 Bildern pro Sekunde aufzunehmen. Der Zeitlupen-Modus kann manuell gestartet werden. Aber es gibt auch die Option, dass er automatisch startet, wenn er eine Bewegung im Bild wahrnimmt.

Dieses Feature funktioniert in der Praxis sehr gut, aber man muss den Bildbereich definieren, von dem man glaubt, dass die Bewegung dort geschieht. Außerdem kann man immer nur einen 0,2 Sekunden-Clip aufnehmen. Diese Aufnahme wird dann auf sechs Sekunden erweitert, wenn man ihn in Zeitlupe abspielt, aber man möchte natürlich gerne mehr am Stück aufnehmen.

So wie vorhergesagt, hat Samsung – ebenso wie Apple – auch Augmented Reality-mäßige Emojis auf den neuesten Smartphones ermöglicht. Diese AR Emojis können ein Bild Ihres Gesichts scannen und es dann in Cartoon-Emojis verwandeln, die Sie mit Freunden teilen können. Leider sah mein Emoji ganz und gar nicht aus wie ich. Man kann das eigene Emoji auch in verschiedene Tiere wie einen Hasen umwandeln, ähnlich zu Apples Animojis.

Anders als Apples Animojis, die sich fast perfekt synchron zum eigenen Gesicht bewegen, konnten Samsungs AR Emojis die Gesichtsbewegungen nicht so ganz erfassen. Natürlich updated Samsung seine Software Features kontinuierlich – das Handy bekam ein Update als ich es testete –, deshalb könnte sich das ändern, bis das S9 und S9 Plus in den Handel kommen.

Das S9 bleibt beim Setup mit einer einfachen Kamera.

Sowohl das S9 als auch das S9 Plus erhalten raffinierte neue Live-Übersetzungsfunktionen für Texte und AR Make-up Testing über Sephora und CoverGirl. Die Übersetzungsfunktion kann gedruckte oder geschriebene Texte in 54 unterschiedlichen Sprache erfassen und die englische Übersetzung direkt über den originalen Text legen. Es ist wirklich beeindruckend, das in Echtzeit zu sehen und es funktionierte extrem gut, als ich es ausprobierte.

Die Make-up Funktion dagegen ermöglicht es Ihnen, mit Hilfe der Frontkamera des S9 und S9 Plus virtuell Make-up zu probieren und dann kann man es direkt bei Sephora und CoverGirl kaufen. Ich muss gestehen, dass ich nicht gedacht hätte, dass dies hilfreich ist, aber jetzt bin ich mir sicher, dass ich einen sexy pinken Lippenstift von Sephora brauche.

Leistung und Akku

Im S9 und S9 Plus ist Qualcomms Snapdragon 845 Prozessor verbaut. Überraschenderweise hat das S9 4 GB Ram, während das S9 Plus 6 GB RAM bekommt. Dies ist das erste Mal, dass Samsung einer Version seines Galaxy-Handys mehr Leistung gibt. Beide Geräte haben 64 GB internten Speicher und Steckplätze für erweiterbaren Speicher.

Was die Lebensdauer des Akkus betrifft, so hat das S9 einen 3.000 mAh Akku, während das S9 Plus einen 3.500 mAh Akku hat. Dies macht Sinn, da das größere S9 Plus mehr Strom verbraucht als das kleinere S9.

Und natürlich hat Samsung das S9 und das S9 Plus mit einer Kopfhörerbuchse ausgestattet und stellt damit sicher, dass Sie problemlos Ihr Handy laden und gleichzeitig Musik hören können.

Das S9 und S9 Plus kann man ab 25. Februar vorbestellen und ab 16. März gib es sie im Handel. Das S9 mit 64 GB Speicher gibt es in Deutschland ab 849 Euro, das S9 Plus kostet ab 949 Euro.

Daniel Howley