Samstag, 31.03. 2018: Was Sie heute wissen müssen

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble schaltet sich in die Islam-Debatte ein. Nordkorea meldet Teilnahme an den nächsten Olympischen Spielen an und Russland fordert Großbritannien auf, 27 Fragen zum Fall des in England vergifteten Ex-Doppelagenten Sergej Skripal zu klären. Hier kommen die wichtigsten Nachrichten des Tages.

Wolfgang Schäuble mischt sich in Islam-Debatte ein

Wolfgang Schäuble teilt die Ansichten von Horst Seehofer zum Islam nur teilweise. (Bild-Copyright: Carolyn Caster/AP)

Wie schon Angela Merkel reagiert Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble jetzt auf die Aussage von Innen- und Heimatminister Horst Seehofer, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Im Gespräch mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe erklärte Schäuble: “Wir können nicht den Gang der Geschichte aufhalten. Alle müssen sich damit auseinandersetzen, dass der Islam ein Teil unseres Landes geworden ist.”

Schäuble mahnt allerdings an, den hier lebenden Muslimen müsse klar sein, dass Deutschland nicht von muslimischen Traditionen geprägt sei. Der Rest der Bevölkerung müsse dagegen die wachsende Anzahl von Muslimen akzeptieren. Es gehe um ein friedliches Miteinander und das Respektieren von Unterschieden, so der frühere Finanzminister.

Gleichzeitig warnte Schäuble vor einer Zunahme des Antisemitismus in Deutschland durch die Migration . Antisemitismus sei zwar “kein speziell muslimisches Problem”, sagte Schäuble den Zeitungen der Funke Mediengruppe. “Aber jetzt wird er auch durch Migration und durch den von radikalen Kräften in der islamischen Welt geschürten Hass auf Israel wieder stärker.”

Es gebe “die wachsende Sorge, dass radikale Muslime in Europa einen auch vom Antizionismus gespeisten, irrationalen Hass auf Juden verbreiten”, sagte Schäuble. “Das geschieht besonders in Frankreich, aber auch in Deutschland.”

Dies zeige, “wie groß die Aufgabe für freiheitliche Gesellschaften ist, Errungenschaften wie Toleranz und Religionsfreiheit unter den Bedingungen des schnellen Wandels und dieser gewaltigen Migration durchzusetzen”, fügte der Bundestagspräsident hinzu. “Das ist der große Stresstest für die westlichen Demokratien.” Schäuble betonte aber auch, in den muslimischen Gemeinschaften gebe es viele Menschen, die ein “starkes Engagement gegen Antisemitismus zeigen”.

Nordkorea will erneut an den Olympischen Spielen teilnehmen

Nordkorea sucht den sportlichen Wettkampf mit anderen Nationen. (Bild-Copyright: Wong Maye-E/AP)

Mit der Teilnahme an den Olympischen Spielen in Pyeongchang sorgte Nordkorea 2018 für eine Überraschung und rasante Entspannung der Lage auf der koreanischen Halbinsel. Ein Kurs, den Machthaber Kim Jong-un offenbar beibehalten will: Der Chef des Internationalen Olympischen Komitees Thomas Bach gab am Samstag bekannt, dass Nordkorea auch für die Spiele 2020 in Tokio und 2022 in Peking zugesagt habe.

Der IOC-Chef hatte sich seit Donnerstag für eine dreitägige Visite in Nordkorea aufgehalten, um die Zukunft des Sports in dem isolierten Land zu besprechen. Dabei war es auch zu Treffen mit Sportminister Kim Il Guk, dem Vorsitzenden des Nationalen Olympischen Komitees für Nordkorea und Kim Jong-un gekommen.

Russland verlangt Antworten

London hat 23 russische Diplomaten ausgewiesen. (Bild-Copyright: Frank Augstein/AP/dpa)

Neue Entwicklung im Fall des Ex-Doppelagenten Sergej Skripal: Nach dem Giftanschlag auf ihn und seine Tochter fordert Russland Großbritannien auf, 27 Fragen zu beantworten. “Nervengifte wirken eigentlich sofort. Warum war das nicht bei den Skripals der Fall?”, heißt es beispielsweise. Außerdem wolle man wissen, welches Gegenmittel verabreicht wurden und warum russischen Diplomaten keinen Zugang zu Skripal erhielten.