Nach Zoff: Watzke und Sammer schließen Frieden

Nach jahrelangen Sticheleien haben Hans-Joachim Watzke und Matthias Sammer offiziell das Kriegsbeil begraben.

Der Vorstandsvorsitzende von Borussia Dortmund und der frühere Sportvorstand des FC Bayern trafen sich am Rande des Dortmunder Testspiels gegen Espanyol Barcelona in Winterthur und begrüßten sich mit einer herzlichen Umarmung.

Besondere Verdienste für den BVB

"Wir waren inzwischen essen und haben uns ausgesprochen", verriet Watzke der Bild am Sonntag. "Matthias ist ein verdienter Spieler von uns. Wir kennen uns seit 20 Jahren, aber keiner darf vergessen, dass wir auch fünf Jahre lang harte Konkurrenten waren. Da sind wir beide vielleicht schon mal über das Ziel hinausgeschossen – aber jetzt ist längst wieder alles gut."


Sammer spielte von 1993 bis 1998 für Dortmund, gewann mit der Borussia 1995 und 1996 die Deutsche Meisterschaft und 1997 die Champions League und den Weltpokal. Anschließend musste er seine Karriere als Spieler aus gesundheitlichen Gründen beenden.

Als Trainer führte Sammer die Dortmunder in der Saison 2001/02 zum Gewinn der Deutschen Meisterschaft und erreichte mit dem BVB das Finale im UEFA-Pokal.


Sticheleinen als Sportchef des FC Bayern

Während Sammers Zeit als Sportvorstand beim FC Bayern waren immer wieder Giftpfeile zwischen München und Dortmund hin und her geflogen.

2015 etwa verglich Sammer den BVB mit einem markierenden Vierbeiner.

"Wir waren in den letzten drei Jahren der Branchenprimus, haben viele Titel gewonnen. Wenn dann mal so ein kleiner Hund kommt und dir ans Bein pieseln will, ist es trotzdem unangenehm", sagte er damals.


Ab 2012 arbeitete Sammer beim Deutschen Rekordmeister. Im Juli 2016 wurde sein Vertrag auf eigenen Wunsch aufgelöst.

In seiner neuen Funktion als TV-Experte für Eurosport sind derlei Verbalattacken für ihn aber tabu: "Alles gut, alles entspannt. Wir sind halt vorher Konkurrenten gewesen, das war eine andere Situation."