Sammer-Rückkehr: Wie geht es weiter mit Zorc?

Holger Luhmann

Es ist gerade eine Woche her, da wurde der Vertrag von Sportdirektor Michael Zorc bei Borussia Dortmund bis Juni 2021 vorzeitig verlängert.

Parallel durfte sich Zorc über ein paar wärmende Worte von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke freuen. "Die sportlichen Erfolge der vergangenen zehn Jahre sind eng mit dem Namen Michael Zorc verbunden. Michael Zorc steht für Kompetenz, Loyalität und Identifikation", sagte Watzke.

Mit Zorc und Watzke ins nächste Jahrzehnt. Beide sind ja Urgesteine beim BVB. Zorc ist seit 1978 im Verein, war von 1981 und 1998 als Spieler in der Bundesliga aktiv und wechselte danach ins Management. Watzke ist seit 2001 Teil der Dortmunder Vereinsführung.

Das schwarz-gelbe Führungsduo - untrennbar miteinander verbunden. So schien es.

Zorc stößt Änderungen mit an

Doch in nur einer Woche ist viel passiert in Dortmund. Matthias Sammer wird zurückkehren und der Borussia als externer Berater zur Seite stehen. Sebastian Kehl soll neuer Leiter für die Lizenzspielerabteilung werden. Und das 0:6 beim FC Bayern hat schonungslos offenbart, dass ein Umbruch unumgänglich ist.


Eine Frage ist: Wie geht es weiter mit Zorc?

Es spricht für das BVB-Urgestein, dass er die notwendigen Änderungen mit angestoßen hat.

"Das Anforderungsprofil hat sich geändert. Wir sind viel größer geworden. Darum ist es wichtig, dass neue Einflüsse und neue Inputs in den Verein kommen. Deshalb freue ich mich sehr, dass wir Matthias Sammer als Berater und als Diskussionspartner gewinnen konnten. Sammer steht für ungeschminkte Analyse. Das ist ganz wichtig, um auch mal einen anderen Seitenblick zu bekommen", erklärte Zorc die neuen Weichenstellungen.

Welche Einschnitte diese auf Zorcs Arbeit haben werden, ist noch nicht ganz klar. Fakt ist, dass Sammer nicht für das Tagesgeschäft zur Verfügung steht, sich nach eigener Aussage eher im Zeitraum von zwei Wochen einbringen wird. Klar ist aber auch, dass sich Sammer für eine neue Ausrichtung stark machen wird.


Neuer Trainer und Führungsspieler

Bei der Entscheidung, mit welchem Trainer der BVB in die neue Saison geht, wird Sammer ein wichtiges Wort mitsprechen. Dass dies Peter Stöger sein wird, gilt nicht erst seit dem Debakel in München als äußerst unwahrscheinlich.

Darüber hinaus wird Sammer die Dortmunder Transferpolitik maßgeblich beeinflussen. Sammer gilt als Verfechter charakterlich starker Persönlichkeiten. Es zeichnet sich eine Abkehr von der bisherigen Philosophie ab, auf junge, günstigere Talente zu setzen.

Vielmehr wird Zorc unter der Vorgabe Sammers nach neuen potenziellen Führungsspielern Ausschau halten müssen.


Kehl als Zorcs Nachfolger?

Wie gut der notwendige Umbruch gelingt, wird wohl auch über Zorcs Zukunft entscheiden.

Sammer und Kehl sollen Zorc in der aktuell schweren Zeit unterstützen.

Doch es ist auch denkbar, dass zum Beispiel Kehl in nicht allzu langer Zeit in Zorcs Fußstapfen treten wird.

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