Sammer, Lahm, Costa - Hoeneß teilt aus

Uli Hoeneß sieht den neuen Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic nicht als Notlösung

Uli Hoeneß hat sich gegen Kritik zur Wehr gesetzt, die Besetzung des Sportdirektorenpostens beim FC Bayern durch Hasan Salihamidzic sei nur dem Mangel an hochkarätigen Alternativen geschuldet.

"Salihamidzic ist doch keine Notlösung", sagte der Klubpräsident bei Sky. "Man muss nicht in den Medien dazwischen hauen, sondern intern – und das kann und tut er auch. In den 14 Tagen hat er intern mehr dazwischen gehauen als Matthias Sammer in einem ganzen Jahr." Mit dem langjährigen Mittelfeldspieler habe der Rekordmeister "möglicherweise die Königslösung" für den Posten  gefunden, den Trainer Carlo Ancelotti noch unmittelbar vor "Brazzos" Benennung öffentlich als nicht nötig erachtet hatte.

Hoeneß: Darum scheiterte der Deal mit Lahm

"Carlo Ancelotti hat das wohl falsch eingeschätzt", meinte Hoeneß. "Es war eine riesige Lücke entstanden." Die nicht mit Philipp Lahm gestopft zu haben, hält Hoeneß inzwischen für richtig. "Philipp schätzen wir, seinen Berater schätzen wir aber nicht", erklärte der 65-Jährige. "Den hätten wir aber mit einkaufen müssen, wenn er Sportdirektor geworden wäre. Bei Hasan Salihamidzic gab es keinen Berater. Wir haben das direkt mit ihm geklärt, uns die Hand gegeben und fertig."


Das Thema Ehrlichkeit und Vertragstreue ist Hoeneß in diesen Tagen, in denen sich Spieler freizupressen versuchen, besonders wichtig. "Man sollte die Spieler nicht wie Götter behandeln, wenn sie sich nicht wie Götter benehmen."

Lob für BVB im Fall Dembele

Das gelte für Dortmunds Ousmane Dembele genauso wie für den nun abgegebenen Brasilianer Douglas Costa. "Borussia Dortmund hat sich bislang sehr gut verhalten", findet Hoeneß. "Als großer Verein, und das ist die Borussia nun mal, muss man auch mal hart durchgreifen. Bis zum 31. August kann er ja auf einem Nebenplatz laufen." Costa habe beim FC Bayern genauso gehandelt wie Dembele. "Wir haben gesagt: So ein Spieler, der nach so kurzer Zeit mehr Geld und wieder weg will, obwohl er nicht mal gute Leistungen gebracht hat, den müssen wir schleunigst wieder loswerden."


Das sei "Gott-sei-Dank" mit dem Transfer zu Juventus Turin gelungen. Costas Landsmann Neymar, der mit 222 Millionen Euro inzwischen mit deutlichem Abstand teuerster Spieler der Welt ist, bekommt von Hoeneß auch noch einen Seitenhieb mit. "Weder für 222 Millionen noch für weniger hätte ich Neymar geholt, so gut finde ich den gar nicht." Als die Münchner 2010 an Neymar interessiert waren, habe es "diverse undurchsichtige Finanzierungsmethoden" gegeben. "Daher haben wir die Finger davon gelassen.“