Sammelklage: Apple wusste angeblich von defekten Apple-Watch-Displays

Seit der Markteinführung im April 2015 ein großer Verkaufserfolg: die Apple Watch. (Bild: Getty Images)

An einem Gericht im US-Bundesstaat Kalifornien wurde erneut eine Sammelklage gegen den Technologiekonzern Apple eingereicht. Die Kläger werfen dem Unternehmen Betrug und Verschleierung von defekten Produkten vor. Diesmal geht es um die Apple Watch.

Gegen Apple laufen aktuell mehrere Sammelklagen: wegen fehlerhafter Tastaturen zum Beispiel oder weil der Konzern ältere iPhones absichtlich verlangsamt haben soll. Nun kommt eine weitere Sammelklage hinzu: Kläger fordern Schadensersatz in Höhe von fünf Millionen Dollar (ca. 4,3 Millionen Euro), weil sie bei ihren Apple Watches mit defekten Displays abgespeist wurden.

Laut den Klägern seien sämtliche Apple-Uhren seit Marktführung betroffen, also die Originalserie sowie die weiteren Serien 1, 2 und 3. Der Vorwurf: Ohne Verschulden des Uhrenträgers soll sich das Display schon nach kurzer Zeit vom Gehäuse lösen beziehungsweise in mehrere Teile zerbrechen. Schuld daran soll ein Konstruktionsfehler sein, den Apple einfach in Kauf genommen habe.


„Apple bekommt es mit Sammelklage wegen ‚defekter’ Apple-Watch-Gehäuse zu tun.“

In der Klage heißt es: „Apple wusste, dass die Uhren zum Zeitpunkt des Verkaufs an die Öffentlichkeit defekt waren.“ Des Weiteren werfen die Geschädigten dem Unternehmen vor, Probleme aktiv zu verschleiern und stattdessen von „zufälligen Schäden“ zu sprechen. Das geht aus den Unterlagen hervor, die dem Tech-Portal „MacRumours“ vorliegen sollen.

Apple-Chef Tim Cook bei der Vorstellung einer Apple Watch. (Bild: Getty Images)

In der Beschwerdeschrift heißt es außerdem, dass die Firmenpolitik von Apple darin bestehe, „die Existenz des Mangels zu leugnen, den Mangel als Folge eines von Verbrauchern verursachten Unfallschadens zu bezeichnen und dann die Einhaltung der eingeschränkten Garantie aus diesen Gründen zu verweigern.“

Bislang hat Apple lediglich aufgeblähte Akkus in einigen wenigen Original- und Serie-2-Modellen bestätigt. Durch die geschwollenen Akkus wurden die Displays zum Platzen gebracht. Apple hatte daraufhin die Garantiezeit der ersten Apple Watch von einem auf drei Jahre verlängert.