Salzgitter: Volle Breitseite – Trump, Fusion und Co unter Beschuss

Maximilian Völkl
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Top-Zahlen von ArcelorMittal: ThyssenKrupp und Salzgitter profitieren – wie geht es jetzt weiter?

Die Diskussionen um den Stahlmarkt setzen sich fort. Seit Monaten werfen die USA ausländischen Konzernen vor, Preisdumping zu betreiben. Salzgitter-Chef Heinz Jörg Fuhrmann wehrt sich nun aber gegen die Vorwürfe. Er wirft US-Präsident Donald Trump eine komplette Verdrehung der Tatsachen vor.

„Fakten werden von den Amerikanern bewusst missinterpretiert“, so Vorstandschef Heinz Jörg Fuhrmann zur Welt. Mit den Dumping-Vorwürfen würden Trump und die US-Behörden Salzgitter absichtlich schaden wollen. „Der Vorwurf ist absurd und wird keiner neutralen Überprüfung standhalten“, so Fuhrmann weiter. „Wir haben den US-Behörden 20 Millionen Datensätze übergeben, die genau zeigen, was wir in der untersuchten Periode wann und an wen zu welchem Preis geliefert haben.“

Da die Preise nicht mal in der Nähe eines Dumping-Verdachts seien, hat Salzgitter offiziell Einspruch gegen die verhängten Zölle eingelegt. Eine Reaktion von Seiten der USA ist bisher zwar nicht erfolgt. Fuhrmann erwartet aber, dass der Strafzoll wieder aufgehoben wird – wenn alles mit rechten Dingen zugeht. Ansonsten erhofft er sich Hilfe aus der Politik.

Fusion kein Thema

Keine Option ist für den Salzgitter-Chef die Idee einer Deutschen Stahl AG gemeinsam mit ThyssenKrupp. „Ich erteile dieser Idee regelmäßig eine Absage – auch jetzt wieder.“ Kein Konzept habe bislang Vorteile gegenüber der Eigenständigkeit versprochen. „Andere können gerne fusionieren und konsolidieren. Uns hingegen geht es auch ohne Partner gut.“ Fuhrmann erklärte aber auch, dass er sich bessere Alternativen gerne anhören würde. Überzeugt ist er dagegen von einer weiteren Diversifizierung. Um langfristig erfolgreich zu sein, soll der Umsatzanteil stahlferner Bereiche von 40 Prozent in absehbarer Zeit auf 50 Prozent steigen.

An Bord bleiben

Salzgitter will sich selbst nicht aktiv an der Konsolidierung beteiligen. Eine Stahlfusion wäre dennoch positiv für die Aktie, da die Überkapazitäten in der Branche reduziert werden könnten. Die Hoffnung auf steigende Stahlpreise und die Diversifizierungsstrategie des Konzerns sollten den MDAX-Titel weiter antreiben. Anleger bleiben bei Salzgitter an Bord und lassen die Gewinne laufen. Der Stoppkurs liegt bei 29,00 Euro.