Salzgitter gegen mögliche deutsche Stahlfusion

dpa-AFX

SALZGITTER/GEORGMARIENHÜTTE (dpa-AFX) - Der zweitgrößte deutsche Stahlhersteller Salzgitter lehnt eine mögliche deutsche Stahl AG ab. Eine Fusion käme für Salzgitter nicht in Frage, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Zwar sei der Konzern nicht grundsätzlich gegen Kooperationen. Die Eigenständigkeit sei jedoch bislang der beste Weg gewesen, erklärte er und verwies auf entsprechende Aussagen des Salzgitter-Chefs Heinz Jörg Fuhrmann.

Politiker und Gewerkschaftler wollen einem Bericht des "Handelsblatt" zufolge die angepeilte Fusion der Stahlsparte von Thyssenkrupp mit dem indischen Branchenriesen Tata Steel verhindern. Dazu solle eine "Deutsche Stahl AG" gegründet werden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise. Unternehmer Jürgen Großmann werde gedrängt, seine Stahlgruppe Georgsmarienhütte einzubringen. Großmann selbst habe zwar auf Anfrage entsprechende Pläne dementiert, im Hintergrund lote er die Machbarkeit aber dennoch aus. Ein Sprecher von Georgsmarienhütte erklärte dazu, dass Großmann dem "Handelsblatt" gesagt habe, dass er kein Befürworter einer deutschen Stahl AG sei.

Tata Steel und Thyssenkrupp sprechen seit vergangenem Jahr über eine Zusammenführung ihrer europäischen Stahlgeschäfte. Die Gewerkschaften sträuben sich jedoch gegen einen Zusammenschluss und haben dies immer wieder deutlich gemacht. Sie fürchtet Werksschließungen und Arbeitsplatzverluste.