Salzgitter: Einsamer Kampf – wie geht es weiter?

Maximilian Völkl
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Salzgitter: Einsamer Kampf – wie geht es weiter?

Der deutsche Stahlmarkt ist in Bewegung. Politiker und Gewerkschaften machen sich nun für eine Deutsche Stahl AG stark. Während Konzerne wie ThyssenKrupp oder Georgsmarienhütte einer Konsolidierung offen gegenüberstehen, wird eine deutsche Lösung von Salzgitter nach wie vor abgelehnt.

Eine Fusion käme für Salzgitter nicht in Frage, betonte ein Sprecher des zweitgrößten deutschen Stahlherstellers. Der Konzern sei zwar nicht grundsätzlich gegen Kooperationen. Bislang sei die Eigenständigkeit aber der beste Weg gewesen. Salzgitter-Chef Heinz Jörg Fuhrmann hatte zuletzt bereits mehrfach betont, dass man im Gegensatz zu den Rivalen keine Notwendigkeit für eine Konsolidierung sehe.

Spannende Entwicklung

Das Handelsblatt hatte berichtet, dass Jürgen Großmann, der Eigner des Stahlkonglomerats Georgsmarienhütte, einen Zusammenschluss mit der Stahlsparte von ThyssenKrupp prüfe. Der Unternehmer hat entsprechende Pläne zwar dementiert, im Hintergrund soll die Machbarkeit aber bereits ausgelotet werden. Während Politik und Gewerkschaften Unterstützung signalisiert haben, gibt es ein großes Fragezeichen. Die Finanzierung der milliardenschweren Stahlaktivitäten von ThyssenKrupp dürfte für Georgsmarienhütte kaum zu stemmen sein.

Salzgitter könnte für eine mögliche Deutsche Stahl AG spätestens ab Mitte Oktober interessant werden. Dann finden in Niedersachsen Neuwahlen statt. Die rot-grüne Regierung des Großaktionärs ist wie Fuhrmann für eine Eigenständigkeit des Konzerns. Unter einer neuen Führung könnte der Konzernlenker allerdings die Rückendeckung verlieren – ein Zusammenschluss wäre deutlich wahrscheinlicher.

Gewinne laufen lassen

Die Salzgitter-Aktie hat in den vergangenen Tagen an Boden verloren. Langfristig sind die Aussichten für die Stahlpreise zwar freundlicher. Vorerst bleibt aber die Konsolidierung im Fokus. Gelingt ThyssenKrupp die Fusion mit Tata, würde auch Salzgitter profitieren. Bei einer Deutschen Stahl AG bleiben jedoch einige Fragezeichen. Selbst wenn die Börse vorerst negativ auf die Meldung reagiert, dürfte die Neustrukturierung auch in dieser Form einen Mehrwert schaffen. Anleger bleiben an Bord.