Salmonellen - eine unterschätzte Gefahr

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Wer Anfang der 90er Jahre groß wurde, der erlebte die Hochphase der Salmonellen-Infektionen hautnah. Speisen wie Bienenstich, Kartoffelsalat oder Eis wurden lange Zeit nur unter besonderer Vorsicht oder gar nicht gegessen, da ihr Genuss oft zu Durchfall und Erbrechen, in einigen Fällen sogar zum Tod, führen konnte. Die Angst vor Salmonellen war damals allgegenwärtig. Mittlerweile sind die Zahlen der Infektionen mit dem Erreger extrem zurückgegangen – damit ist die Gefahr aber durchaus nicht gebannt.
Doch was sind Salmonellen überhaupt? Und wie kann ich eine Ansteckung vermeiden?

Was sind Salmonellen?

Salmonellen sind winzig kleine Stäbchen-Bakterien, die hauptsächlich im Darm vorkommen. Bis heute wurden mehr als 2.200 Salmonellenarten entdeckt, am bekanntesten sind Salmonella Enteritidis und Salmonella Typhimurium. Wer sich mit den Erregern infiziert, klagt schnell über Durchfall und Erbrechen, die in den meisten Fällen auch von alleine wieder verschwinden. Deshalb wissen viele Menschen oft nicht, dass sie mit Salmonellen infiziert sind.
Wer allerdings über eine längere Zeit über Beschwerden klagt, sollte in jedem Fall einen Arzt aufsuchen. Auch immunschwache Menschen wie Kinder, ältere Personen oder HIV-Infizierte sind besonders gefährdet. Verläuft die Salmonellose schwer, setzt der Arzt Antibiotika ein.
Alle Erkrankungen mit dem Erreger sind meldepflichtig, um so eine epidemische Ausbreitung zu verhindern. Menschen, die in der Lebensmittelbranche tätig sind, werden deshalb auch regelmäßig auf Salmonellen untersucht.

Wo kommen Salmonellen vor?

Besonders tückisch: Die Erreger kann man weder sehen, noch riechen oder schmecken. Am wohlsten fühlen sie sich in warmer und feuchter Umgebung, weshalb die Gefahr für eine Ansteckung im Sommer am höchsten ist.
Häufigste Infektionsquellen sind Geflügel, Hühnereier und Meeresfrüchte, die Gefahr bei Schweinefleisch konnte in den vergangenen Jahren dezimiert werden.

Wie vermeide ich eine Ansteckung?

In der Regel gilt: Große Hitze mögen Salmonellen nicht. Wenn Sie Ihr Fleisch also gut durchbraten, tötet das die Erreger ab. Das heißt, Steak und Hähnchen sollten mindestens zehn Minuten bei über 70 Grad gegart werden. Auch Rührei, Spiegelei und das Frühstücksei sind so sicher.
Doch schon vor dem weiterverarbeiten sollten Sie am besten Vorsicht walten lassen: Unterbrechen Sie die Kühlkette so gut wie es geht nicht, das heißt, lagern Sie Fleisch nach dem Kauf schnell wieder im Kühl- oder Gefrierschrank ein.
Problematischer ist es bei Speisen, die mit rohen Eiern zubereitet werden, wie etwa Tiramisu oder Kuchen. Denn Salmonellen vermehren sich außerhalb des Kühlschranks rasend schnell. Hier hilft es wirklich nur, ganz frische Eier zu verwenden und die Speise schnell zu essen.