Sakkari greift Tennis-Kollegen an

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Sakkari greift Tennis-Kollegen an
Sakkari greift Tennis-Kollegen an

Nimmt die Tennis-Welt Corona nicht ernst?

Glaubt man den Impfzahlen, die ATP und WTA veröffentlicht haben, könnte man den Eindruck bekommen. Während bei den US Open selbst Zuschauer ab 12 Jahren einen Impfnachweis erbringen müssen, um auf das Billie Jean King National Tennis Center zu kommen, beträgt die Impfquote bei den Spielerinnen und Spielern gerade einmal um die 50 Prozent. (Täglich ausgewählte Partien der US Open im LIVETICKER)

Genauer gesagt: Die WTA vermeldete vor dem Turnier, dass „fast 50 Prozent“ der Spielerinnen geimpft seien, bei den Männern sollen es laut ATP „knapp über 50 Prozent“ sein.

Ein Umstand, der Maria Sakkari zu einer deutlichen Meinungsäußerung bewegt. „Ich bin geimpft, meine Familie ist geimpft, mein Team, meine Freunde“, machte sie ihrem Ärger Luft und fügte hinzu: „Ich verstehe nicht, dass ein Großteil der Spieler nicht geimpft ist.“

Stefanos Tsitsipas sorgt für Unmut mit Corona-Äußerungen

Damit griff sie auch ihren Landsmann Stefanos Tsitsipas an. Die aktuelle Nummer drei der Welt hatte sich im August zu einer möglichen Corona-Impfung geäußert und erklärt, dass eine Impfung keine Pflicht sei. Zwar werde er es irgendwann tun müssen, aber aktuell sei es nicht verpflichtend für die Teilnahme an Tennisturnieren. „Also habe ich es nicht gemacht.“ (SERVICE: ATP-Weltrangliste)

Mit dieser Äußerung hatte er sogar die eigene Landesregierung auf den Plan gerufen. Der Weltranglistendritte sei „ein großartiger Sportler“, so Griechenlands Regierungssprecher Giannis Economou, Tsitsipas habe aber kaum die „Fähigkeit, die Notwendigkeit von Impfungen einzuschätzen oder ob der Impfstoff über einen ausreichend langen Zeitraum getestet wurde“.

US Open: Gilles Simon wegen fehlender Impfung disqulifiziert

Aber nicht nur der 23-Jährige sieht aktuell kein Bedürfnis für den Piks. Erst am Freitag von den US Open wurde Gilles Simon aus „medizinischen Gründen“ disqualifiziert. Später bestätigte er in einem Gespräch mit L‘Equipe, dass er wegen einer fehlenden Impfung ausgeschlossen wurde. Sein Trainer Etienne Laforgue wurde in New York positiv auf Corona getestet. Simon wurde als enger Kontakt aus dem Turnier genommen.

Viel erschreckender als die niedrige Impfquote unter den Tennisprofis dürfte aber die Gleichgültigkeit sein, mit der sie der Impfung gegenüberstehen. Gilles begründete seine fehlende Impfung so: „Ich war nicht so sehr dagegen, dass ich mich nicht habe impfen lassen, ich habe nur nicht das Bedürfnis oder den Drang dazu verspürt.“

Dazu habe er keine große Angst vor Covid. „Meine Grundphilosophie ist: Wenn man Angst davor hat, lässt man sich impfen, wenn nicht, nicht. Es ist immer noch eine Entscheidung.“

Eine Entscheidung, die Sakkari nicht verstehen kann, wie sie deutlich zum Ausdruck gebracht hat. Allerdings müssen sich auch WTA und ATP hinterfragen, wie sie die mangelnde Impfbereitschaft ihrer Spielerinnen und Spieler erklären wollen, wenn sie gleichzeitig auf den Zuschauerrängen eine hundertprozentige Impfquote verlangen.


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