Sainz jun. im Rallye-Auto: Vater hat mich "hundertmal" gewarnt

Carlos Sainz Jun. klemmte sich hinter das Steuer eines Renault Megane R.S.


Die Familie Sainz hat im Januar 2018 für große Schlagzeilen gesorgt. Vater Carlos gewann zum zweiten Mal die Rallye Dakar und sein Sohn, der Formel-1-Pilot Carlos Junior, klemmte sich hinter das Lenkrad eines Rallye-Boliden. Bei der Rallye Monte Carlo steuerte der 23-Jährige einen Renault Megane R.S. Am Finaltag fuhr Sainz Junior die abschließenden beiden Prüfungen Col de Turini und Col de Braus als Vorausfahrzeug.

Damit trat Sainz Junior erstmals in die Fußstapfen seines Vaters, der zweimal Rallye-Weltmeister wurde. Natürlich hatte dieser Kurzauftritt sportlich keinen Wert, aber Sainz Junior konnte sich in die Welt seines Vaters versetzen. "Im Vorfeld hat mich mein Vater hundertmal gebeten, dass ich vorsichtig bin", sagt der Formel-1-Pilot von Renault. "Es war kein Tag, um ohne richtiger Vorbereitung etwas Besonderes zu probieren."

Den Megane teilte sich Sainz Junior mit Co-Pilot Sanjuan Rodrigo, der vor allem nationale Rallyes in Spanien bestreitet. "Ich sagte ihm, dass er den Aufschrieb einfach gestalten soll", so Sainz Junior. "Er nannte mir die Abschnitte mit Eis und Schotter. Und in der Powerstage gab es viel Schotter. Als ich mit dem Aufschrieb vertrauter wurde, fühlte ich mich besser und ich konnte attackieren - aber nur, wenn es trocken war ich und Vertrauen zum Grip hatte."

Viele Erinnerungen am Col de Turini

Auch wenn es nur ein kurzer Auftritt im Rahmen der Rallye-WM war, ist für Sainz Junior ein Wunsch in Erfüllung gegangen. "Es wurde ein Traum wahr, als ich über den Turini fuhr, wo drei oder vier Kilometer vereist waren. Als wir den Berg hochfuhren schaute und wartete ich. Dann sagte mein Co-Pilot: 'Der Col kommt'. Wir fuhren rechts, dann links und über die Kuppe - und dann war er da! Plötzlich kamen so viele Erinnerungen hoch. Die Atmosphäre war beeindruckend."

Dreimal (1991, 1995, 1998) gewann Sainz Senior die Rallye Monte Carlo. Wie schwierig das ist, wurde Sainz Junior bei der Abfahrt vom Col de Turini bewusst: "Die Streckenverhältnisse waren bis zum Ziel extrem rutschig und knifflig. Es gab einige Kurven, in denen es schwierig war, den Fuß auf dem Pedal zu halten. Ich hatte Winterreifen ohne Spikes. Deshalb war ich sehr, sehr vorsichtig." Er schließt nach dieser Erfahrung auch nicht aus, in Zukunft mehr im Rallye-Sport zu machen. "Aber jetzt ist noch nicht die Zeit dafür."

Vater Sainz sagt zu diesem Kurzauftritt: "Ich freue mich sehr, dass Carlos eine Kostprobe dieser legendären Rallye genossen hat. Monte Carlo war und ist noch immer für alle Motorsport-Fans etwas Besonderes. Carlos ist schon zuvor Rallye-Autos gefahren, aber diese Straßen sind bei dieser einzigartigen Veranstaltung anders. Ich habe ihm einige Tipps gegeben, aber der wichtigste war: Genieße es!"

Der Fokus von Sainz Junior liegt auf der Formel 1. 2018 wird seine vierte volle Saison und seine erste komplette mit dem Renault-Werksteam. Langfristig will die französische Mannschaft an alte Erfolge anknüpfen und wieder um Siege und Weltmeisterschaften kämpfen. In fast drei kompletten Jahren mit dem Red-Bull-Nachwuchsteam Toro Rosso ist das beste Ergebnis von Sainz Junior ein vierter Platz (Singapur 2017).

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