Sainz hadert mit Portimao-Wind: Will mich nicht schon wieder beschweren

Maria Reyer
·Lesedauer: 3 Min.

McLaren freut sich über die Ränge sieben und acht im Qualifying zum Grand Prix von Portugal. Lando Norris zeigt sich gar überrascht, Carlos Sainz freut der relativ geringe Abstand zur Spitze. Dennoch sind beide Piloten nach dem Zeittraining ein wenig ratlos - warum wurde der MCL35 immer langsamer?

"Es ist schön zu sehen, dass beide Autos so weit vorn sind, da wir auf dem Nürburgring ein schwieriges Wochenende erlebt haben", spricht Sainz die Schwierigkeiten mit den Updates in der Eifel bei 'Sky' an. Während Norris in Deutschland noch mit dem "alten" Boliden unterwegs war, fuhr der Spanier mit dem kompletten Update.

Er habe 60 Runden lang "gelitten", schimpfte er. Daher machte McLaren am Freitag in Portimao einen Schritt zurück. Nur die neue Frontpartie, die bereits in Russland eingeführt wurde, blieb am MCL35 bestehen und wurde in die "normale Spezifikation", wie es Technikchef James Key ausdrückt, aufgenommen.

Sainz in Q3 deutlich langsamer als in Q2

Weitere Updates, die zum Nürburgring und auch neu nach Portugal gebracht wurden, sind in den Freien Trainings getestet worden. "Es scheint, dass wir das Paket nun besser verstehen", freut sich der Spanier. Er bestätigt, dass seine Truppe beim Set-up einen Schritt zurück gemacht habe.

"Wir haben gestern den ganzen Freitag darauf verwendet, viele neue Sachen auszuprobieren. Bevor wir die jetzt aber ans Auto schrauben, wollen wir noch ein Rennen und noch eine Woche der Analyse abwarten, bevor wir exakt wissen, was wir von den neuen Teilen behalten."

Der Vorteil dieser Taktik: "Wir werden uns Zeit geben. Das Auto, mit dem wir das gesamte Jahr gefahren sind, performt immer noch recht gut. Daher wollen wir nichts überstürzen." Eine Eigenheit des McLaren bleibt aber weiterhin bestehen: die Anfälligkeit bei Wind.

<span class="copyright">Sam Bloxham / Motorsport Images</span>
Sam Bloxham / Motorsport Images

Sam Bloxham / Motorsport Images

Sainz geht davon aus, dass er sich noch deutlich besser hätte qualifizieren können, wenn die Bedingungen nicht so "knifflig" gewesen wären. Im Verlauf des Qualifyings sei er immer langsamer geworden. "Der Wind war schuld. Man hat uns schon sehr oft darüber reden gehört, wir haben uns oft über den Wind beschwert."

Daher versucht Sainz erst gar nicht mehr, sich erneut darauf hinauszureden. "Ich werde das nicht mehr wiederholen. Aber wir kennen unsere Sensibilität [in diesem Bereich]. Ich bin eine 17.1 in Q2 gefahren und eine 17.5 in Q3, das ist schon faszinierend."

Tatsächlich lag er im zweiten Qualifying-Segment mit einer Rundenzeit von 1:17.183 Sekunden auf Platz fünf, im letzten Abschnitt gelang ihm schließlich nur eine 1:17.520 Minuten. Diese Zeit reichte für Rang sieben. Nur fünf Tausendstelsekunden war Teamkollege Norris langsamer.

Norris: Seit langer Zeit wieder so "knapp" an Mercedes dran

Der Brite reihte sich mit einer Zeit von 1:17.525 Minuten auf Rang acht ein. Beiden McLaren-Fahrern fehlten knapp neun Zehntelsekunden auf die Pole-Zeit von Valtteri Bottas. "Wir sind recht ordentlich dabei, wenn man in Betracht zieht, wie schwierig es ist und wie schwer wir uns tun, eine Runde zusammenzubringen", findet Norris.

Er zeigt sich gar "überrascht", dass McLaren vor Renault und einem Racing Point steht. "Ja, weil Renault nicht so konkurrenzfähig war, oder nicht vorne war. Auch die Racing Point. Das ist seit langer Zeit der geringste Abstand zu den Mercedes und der Spitze. Ich denke daher, wir sind konkurrenzfähig."

Dennoch habe er am Samstag gehadert, mit den Bedingungen und der Balance. "Obwohl es sich schrecklich anfühlt, scheinen wir damit ganz gut zu fahren. Es ist ein wenig eigenartig, wir können es nicht erklären. Aber wir haben eine gute Pace und werden morgen versuchen, die anderen hinter uns zu halten."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.